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255 —
Im Jahre 1848 erliess J. O. I. Rancken die erste ausfflhrliche
Aufforderung zur Sammlung von Volkspoesie und legte den Grund
zu seinen eigenen Sammlungen. Freudenthal untersuchte die
schwedischen Volksdialekte und trat in der Nyländischen
Studentenkorporation (Nyländska avdelningen) mit Kraft für das Heimatsrecht
der schwedischen Bevölkerung in Finnland ein.
ln den 60er Jahren veröffentlichten mehrere Forscher, wie
Estländer, Collan und Topelius Abhandlungen Ober
Volksdichtung. Die Sammelarbeit wurde von der Nyländska avdelningen
übernommen, die etwa von 1860 an Stipendiaten aussandte. —
Landsmålsföreningen war für die Aufzeichnung und das Studium
der ostschwedischen Dialekte tätig.
Grosse Sammlungen entstanden. Die Nyländische Abteilung hat
ihre Sammlungen unter der gemeinsamen Rubrik „Nyland“
herausgegeben.
Vom Ende der 80er Jahre an ist die Sammelarbeit mit grossem
Erfolg von der Schwedischen Litteraturgesellschaft in Finnland
betrieben worden.
V. Sohlstrand, Åländische Ortsnamen. S. 94—136.
In dem Aufsatz „ Åländska ortsnamnm von Wäinö Solstrand
eilt der Verfasser eine vollständige Sammlung von Ortsnamen aus
dem Dorfe Lappo mit, das im östlichen Teile der åländischen
Inselgruppe, in dem wie ganz Åland von Schweden bewohnten
Kirchspiel Brändö liegt. Die Zahl der Namen beträgt 757, wovon 450
primäre, 307 sekundäre Bildungen, und verhält sich zur
Bevölkerungszahl (90) wie 8,4 zu 1. Bloss bei etwa 20—30 Namen
begegnen die Deutungsversuche grösseren, teilweise
unüberwindlichen Schwierigkeiten. Der Verf. vermutet, dass die Etymologie
des Dorfnamens Lappo unklar bleiben wird, widerspricht aber
ausdrücklich der alten Auffassung, dass der Name aus dem
Völkernamen lapp (Lappe) gebildet wäre. Auch bezweifelt er, dass der
Name eine sekundäre Bildung von dem einzigen am Orte
vorkommenden finnischen Namen Lappvesi (einem grossen „fjärd“1) wäre,
den er als „das weite Wasser“ deutet. Wahrscheinlicher wäre der
Name (aus einem Personennamen oder) dem schwedischen
Substantiv lapp (deutsch Lappen) „kleines Stück“ gebildet, nach Ansicht
der Ortsbevölkerung darauf bezüglich, dass die Hauptinsel des
Dorfes früher aus einer Gruppe von kleineren Inseln bestand, die
in Folge der für die Küsten des nördlichen Teiles der Ostsee so
charakteristischen Landhebung zu einer einzigen zusammengewachsen *)
*) Das schwedische Wort fjärd bezeichnet eine grössere, von Inseln
oder Küstenstreifen umgebene Wasserfläche.
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