- Project Runeberg -  Das Erkenntnisproblem in Hegels Philosophie, die Erkenntniskritik als Metaphysik /
385

(1912) [MARC] Author: Adolf Phalén
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Seiten ...

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

Das Erkenntnisproblem in Hegels Philosophie. 385
schehen, wie auch Kant meint, nur ein solches verstanden wer-
den, bei dem die Vorstellung von dem Nachfolgenden Ursache ist,
ohne dass damit das Nachfolgende selbst als Grund gedacht ist.
Wird nun indessen diese Vorstellung von dem Nachfolgenden als
eins mit diesem selbst gedacht, so wird das Geschehen zugleich
teleologisch und nicht-teleologisch gedacht. So denkt sich Hegel
den wissenschaftlichen Prozess. Wird Subjekt-Objektivität ange-
nommen, so muss auch die Entwicklung diesen doppelten Charak-
ter erhalten. Sie ist dann einerseits ein Prozess, in welchem der
Grund die Vorstellung der Folge ist, in welchem also das bloss
Vorgestellte in Realität übergeht, verwirklicht wird. Andererseits
aber ist der Prozess ebensosehr ein Übergang von dem einfach
Seienden zu Fürsichsein, Subjekt. Er ist sowohl teleologisch als
nicht teleologisch. In dem erkenntnistheoretischen Problem liegt
die Annahme eines Prozesses, in welchem das bloss Subjektive
objektiv wird und sich demnach verwirklicht, also eines teleolo-
gischen Prozesses, der zugleich, da der Ausgangspunkt als das ab-
solut Einfache nicht Bewusstsein von etwas, sondern nur einfach
seiend ist, nicht teleologisch ist.
Hiermit ist auch gegeben, dass die Erkenntnisrelation, das
Verhältnis des Subjekts zum Objekt, eins mit dem Verhältnis zwi-
schen dem Willen und seinem Ziel, das Denken von etwas das-
selbe wird wie das Wollen desselben und umgekehrt. Das rein
Subjektive, als sich verwirklichend gedacht, das das Resultat vor-
stellende Subjekt als dieses realisierend gedacht muss als Wille
gedacht sein. Andererseits ist das Verhältnis zwischen dem im
Prozess Vorangehenden, dem Subjekt, und dem Nachfolgenden,
dem Objekt, eben das Verhältnis zwischen dem Denken und dem
Gedachten, und wie oben gezeigt worden, fällt dies mit dem Her-
vorbringen selbst zusammen, so dass das Denken von etwas dasselbe
ist wie das Hervorbringen von etwas. Da in dem Denken von
etwas nicht auch ein abstrakteres Verhältnis gedacht ist, das in
dem Denken näher spezifiziert werden sollte, so muss das Denken,
wenn es als solches hervorbringend sein soll, dasselbe sein wie
das Hervorbringen. Daher ist auch bei Hegel die absolute Idee
Einheit des Wahren und des Guten. Da die in dem Subjekt ge-
gebene Vorstellung des Objekts eins mit diesem sein soll, so ist
das Wollen von etwas dasselbe wie das Hervorbringen desselben
und das Hervorbringen dasselbe wie das Wollen. Das Wollen ist
Denken und das Denken Wollen. Das Gedachte, das Wirkliche,
PhaUn: Das Erkenntnisproblem etc. 25

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Sat Dec 9 22:52:36 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/erkennt/0399.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free