- Project Runeberg -  Studien über das ungehörnte Rindvieh im nördlichen Europa unter besonderer Berücksichtigung der nordschwedischen Fjellrasse, nebst Untersuchungen über die Ursachen der Hornlosigkeit /
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(1896) [MARC] Author: Erik Oskar Arenander
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Low*) schreibt von den irländishen ungehörnten Rindern, daß fie „eine hellbraune
(gelbrothe) Farbe hatten“. — Jnr Jrish Farmers Gazette*) (1847) wird erzählt, daß
die Farbe einer gewissen Heerde besonders „schwarz oder s>lwarz und weiß sei, zufälliger
Weise war sie mitunter roth oder roth und weiß, mitunter waren die Thiere ganz weiß, ab-
geschen von den Ohren, die roth waren“. —

W. R. Wilde giebt 1858 *) an, daß die ungehörnten Rinder Jrlands entweder
dunfelbraun oder gelbroth waren, oder shwarz oder weiß, aber sehr selten bunt. —

Aus dem Angeführten geht hervor, daß die älteren zootechnischen Autoren Englands,
die Gelegenheit gehabt haben, das ältere, unveränderte ungehörnte Rindvieh
Großbritanniens zu studiren, beinahe einstimmig angeben, daß die Farbe vorwiegend
gelbrothmitweißen Abzeichen wax, oft aber mit Rückschlägen in die uralte,
während der Eiszeit ausgebildete weiße Farbe mit rothen Ohren, besonders in Wales,
Schottland und Jrland, wo man besonders die ältesten, von der arktischen Fauna abstammenden
Formen findet und wo auch, wie Younatt *) beweist, die ältesten Reste von dem heimischen
Rindvieh unverändert geblieben sind, während im östlichen Theile Großbritanniens durch
Mischung mit fremdem Vieh die ursprünglichen Merkmale verloren gegangen sind.

Schlußfolgerungen.

Fassen wir alles bisher Gesagte bezüglich der Farbe des ungehörnten Rindviehs zu-
fammen, so finden wir durchgehend, daß die weiße Farbe zunimmt, je weiter nach
Norden man kommt, um s{hließli<h in der Polregion einfarbig weiß (mit rothen
Dhren) zu werden, während sich die gelbrothe Farbe zugleich mehr und mehr vermindert.
Dieses gilt ohne Ausnahme für Rußland, Finnland, Schweden und Norwegen — Erinnern
wir uns dabei der Thatsache, daß das ungehörnte Rindvieh an Zahl gegen Norden in denselben
Ländern zunimmt, so können wir die Schlußfolgerung ziehen, daß die Urfarbe des ungehörnten
Rindviehs weiß is (mit rohren Ohren). An der südlichen Grenze des Verbreitungs-
gebietes, wo die rothe Farbe vorwaltet, ist diese Farbe wahrscheinlich eine später ausgebildete
Naturfarbe.

Können wir vielleicht aus diesen regelmäßigen Veränderungen der Farbe einige
Schlußfolgerungen bezüglich der Herkunft des ungehörnten Rindviehs ziehen, ob es ursprünglich
heimisch oder eingeführt ist?

Ehe wir diese Frage lösen können, müssen wir uns darüber klar werden: Wie ist diese
Farbe entstanden?

Ist sie eine Folge von zielbewußter Zuchtwahl während der Domestikation, oder ist
fie ein Erzeugniß der Boden- und Klimaverhältnisse während der Domestikation, oder endlich
ist sie cine Folge von natürlicher Auswahl?

Den ersten Theil der Frage: Kann die Farbe eine Folge von zielbewußter Zuchtwahl
bei den Thierzüchtern sein? müssen wir mit nein beantworten, weil es nicht möglich ist, daß
die Vorliebe für dieselbe Farbe in vier so verschiedenen Ländern von drei verschiedenen Völkern,

*) Americ. Natur. 1887 S. 1087.
**) Youatt, Cattle S. 10.

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