- Project Runeberg -  Studien über das ungehörnte Rindvieh im nördlichen Europa unter besonderer Berücksichtigung der nordschwedischen Fjellrasse, nebst Untersuchungen über die Ursachen der Hornlosigkeit /
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(1896) [MARC] Author: Erik Oskar Arenander
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Die Farbe des ungehörnten Rindviehs im nördlichen Europa - Schlußfolgerungen

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Fauna finden wir noch heute verhältnißmäßig unverändert im nördlichen Schweden, Norwegen,
Finnland und Rußland.

Untersuchen wir jeßt weiter, wie es sih mit der geographischen Verbreitung und der
Farbe des ungehörnten Rindviehs verhält, so i} es ja eigenthümlich, daß man gerade in der
“Schweiz die nachweisbaren ältesten Schädelreste des ungehörnten Rindviehs gesunden: hat, in
den Pfahlbauten bei Lücherz und Sü am Bielersee*). Jst es nicht eigenthümlich, daß diese
sogenannte „plößliche Variation“ besonders in den Gebirgsgegenden Süd-Deutschlands und
der Schweiz auftritt? Jn den Thälern der Schweiz giebt es ja ganze Heerden von unge-
hörnten Rindern wie z. B. das „Jochberger Rind“. —

Darf es nur als ein Zufall bezeichnet werden, daß die ungehörnten besonders in
früheren Zeiten so zahlreih in Irland vorhanden waren, daß der gründlichste Kenner dieser
Verhältnisse, S. R. Wilde**), behaupten durfte, daß „der ungehörnte Maol-Ochs weit zahl-
reicher in Irland vorhanden gewesen zu sein scheint als in irgend einem anderen Theile Europas!“

Es fann wohl faum als ein Spiel des Zufalls bezeichnet werden, wenn in Großbri-
tannien das ungehörnte Rindvieh von jeher zahlreicher gewesen is in Schottland — über
welches die Fauna nah Irland gegangen is — als im eigentlichen England.

Und \<hließli<h is es nicht eigenthümlich, daß die ungehörnten gerade in den nörd-
lichsten Theilen des Verbreitungsgebietes am zahlreihsten vorhanden sind dort, wo die weiße
Farbe als Naturfarbe mit Recht bezeichnet wird ?

Vie will man alle diese faktis<h existirenden Thatsachen erklären, wenn man nicht
die Erklärung annimmt, die ih gegeben habe?

Die abweichenden Verhältnisse bei der Farbe des ungehörnten Rindviehs 1n Groß-
britannien bedürfen einer näheren Erklärung. Das Binneneis und der Binnenschnee verließe
England früher als das übrige nördliche Europa. Damit verschwinden auch die Bedingungen
der weißen Farbe und die natürliche Zuchtwahl begann in entgegengeseßter Richtung zu wirken,
um die weiße Farbe zu verwischen und sie durch die rothe zu erseßen, welche auch bei den
uralten, ungehörnten Rindern in Großbritanien der Hauptsache nah früher vorhanden war,
mitunter mit Rückschlägen zur weißen Farbe mit den rothen Dhren. Die natürliche Zucht-
wahl hat wahrscheinlich sehr lange in dieser Richtung gewirkt, ehe die Urbewohner Englands
in der Kultur so weit fortgeschritten, daß sie die Thiere zu zähmen lernten. *#*)

Eine logische Konsequenz aus dem Vorhergehenden — wenn es sih bewährt — ist
die, daß die Urahnen unserer zahmen Rinder selbst wild in denselben Gegenden Europas
wenigstens zum Theil gelebt haben, und daß wir vielleicht die noch älteren Stämmväter beider
auch in Europa zu suchen haben, eine Vermuthung, die neuerdings (1893) von Zittel)
einem der vornehmsten Paläontologen der Gegenwart, ausgesprochen ist. v. Middendorffs

*) Brief von Professor Dr. Studer, datirt Bern 1. Juni 1895.
**) Americ. Naturalist, S. 1086.

*#4%) Die jetzige shwarze Farbe des ungehörnten schottishen Rindviehs ist dur<h menschliche Zucht-
wahl entstanden. Die weiße Farbe der sogenannten wilden Parkrinder Englands rührt äußerst wahrscheinlich
von den skandinavischen Rindern her, die die Nordmänner nah England hinübergebracht haben. Die Gründe
für diese Ansicht kann ich hier nicht darlegen.

7) Zittel, Handbuch der Paläontologie IV. Lief. S. 2.

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