Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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PATER PRIBILLA UND DIF. ÖKUMENISCHE ERWECKUNG
I I
Soll diese heilige Angelegenheit der Einheit Sache der Kirche
werden, so ist es notwendig, dass eben die Vertrauensmänner
der Kirche, die Sprachrohre der kirchlichen Meinung und, wenn
möglich, sogar unsere Kritiker eingeladen werden und zusammen
mit uns vor Gottes Angesicht die Frage bedenken und
besprechen. Ich habe in meinem Buche auch gezeigt, wie die
Anwesenheit in Stockholm bei ernsten Geistern eine Bekehrung
zur Folge gehabt hat. Es ist immer ein Zeichen geistigen
Lebens, dass man lernen will und lernen kann. Ergreifende solche
Zeugnisse haben wir in Stockholm gehört. Die Konferenz wäre
viel leichter gewesen, wenn wir nur solche Männer
zusammenberufen hätten, die von vornherein die soziale Sendung der
Kirche und ihre Pflicht, eins zu werden, wie sie schon in Christo
eins ist, anerkennen. Aber damit hätten wir unseren Zweck
verfehlt. Die Kirche als Anstalt ist ein sehr schwerfälliger
Apparat, und wenn zu viele biedere Kirchenmänner
zusammenkommen, hat das Salz und das Licht des Evangeliums bisweilen
Schwierigkeiten, sich geltend zu machen. Aber wenn man wie
ich an die Aufgabe der Kirche glaubt und nicht an ihr
verzweifelt, dann muss man sich freuen, dass die Kraft des
Einheitsgedankens so vielen einflussreichen und offiziell hochgestellten
Kirchenmännern nahe gebracht worden ist. Eben weil wir das
Einigungswerk und die brüderliche Zusammenarbeit im Dienste der
leidenden Menschheit soweit wie möglich zu einer Angelegenheit
der Kirchengemeinschaften als solcher machen wollen, war es
uns nicht gestattet, uns mit einer Versammlung von
Gesinnungsgenossen zu begnügen, obwohl das viel leichter gewesen wäre.
Mit Recht ist vielfach gesagt worden, dass das Programm
von Stockholm viel zu reich und überladen war. Wollte man
die Arbeit mitmachen, wurde man übermässig ermüdet. In
Lausanne hatte man in dieser Beziehung von Stockholm
gelernt. Die Programmpunkte waren weniger zahlreich. Ich
weiss nicht, ob Brent oder ein anderer die geniale Idee
gehabt hat, die Gesamtkonferenz in kleinere Gruppen für
jede Frage zu teilen, so dass in diesen Kreisen mehrere
Menschen zu Wort kommen konnten. Freilich erscheint es mir
auch heute, wie damals in Lausanne, unmöglich, bei einer
Erörterung über Glaubensfragen jede Äusserung auf fünf Minuten
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