Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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Nathan Söderblom
gleich sind, und wenn diese geistige Einheit trotz
Verschiedenheit der Glaubensausdrücken nicht vorhanden wäre, dann wäre
eine wirkliche Einigung, d. h. eine Einigung in der fides quae
creditur aussichtslos. Ich habe immer wieder die Wichtigkeit
und Notwendigkeit des Ausdrucks des Glaubens in Dogmen
und dogmatischen Formulierungen betont. Aber auch der
Verfasser muss wissen, dass eine geistige Einheit im Glauben an
Gott durch Christum zwischen Christen sich finden kann, welche
verschiedene dogmatische Formulierungen und Traditionen haben.
In Lausanne trat diese Tatsache sehr deutlich zutage in der
Erklärung unserer orthodoxen Brüder.
»Der Glaubensbegriff erhielt eine blitzartige Beleuchtung
durch die Erklärung der orthodoxen Delegation in Lausanne.
Unsere griechischen Brüder konstatierten die wichtigen und
wesentlichen Verschiedenheiten in Lehre und Verfassung, welche
die orthodoxe Kirche von der evangelischen Kirche scheiden.
Die orthodoxen Vertreter wollten daher, in Übereinstimmung mit
ihrer 1920 in Genf abgegebenen Erklärung, gegenwärtig, bevor
die Fragen des Glaubens und der Kirchenverfassung näher
geklärt und eine grössere Übereinstimmung in ihnen erzielt sei,
sich beschränken auf ’die Zusammenarbeit mit den anderen
Kirchen auf dem sozialen und ethischen Gebiet auf der
Grundlage der christlichen Liebe’. Aber diese auf der Stockholmer
Konferenz zustande gekommene Arbeitsgemeinschaft hat ihren
Ausgangspunkt in der Glaubensgemeinschaft. Mit
unverkennbarer Herzlichkeit und Kraft wird von den griechisch-orthodoxen
Bekennern die Erfahrung bezeugt: ’obwohl durch dogmatische
Verschiedenheiten getrennt, sind wir doch einig mit ihnen (den
evangelischen Brüdern) im Glauben an unsern Herrn und
Heiland Jesus Christus.’ Dank dieser übernatürlichen und geistlichen
Gemeinschaft hegen wir die gewisse Hoffnung, dass der Geist
uns zu der Einheit führen wird, um welche Christus bat: ’auf
dass sie alle eins seien, gleichwie wir eins sind’.
Liegt hier nicht ein flagranter Widerspruch vor? Die
dogmatische Verschiedenheit wird unterstrichen, und gleichzeitig
wird aus vollstem Herzen eine geistliche und christliche
Glaubenseinheit übermenschlicher und göttlicher Art bezeugt. Deutlicher
kann nicht bewiesen werden, dass auf der einen Seite eine Über-
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