- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
121

(1900)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 1. Einführung in die Geschichte der schwedischen Musik

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

deutsche kirchenmei.odien in schweden

175

gerichtete Eigenkultur nur langsam an Einfluss.1 Früh ausgeprägte
eigene Lebensformen bei Adel und Volk behaupten sich noch durch
Jahrhunderte, wodurch ein eigentümliches Nebeneinander der
kulturellen Strömungen entsteht.

Verfolgen wir nun die Geschichte der Musik, so finden wir
zunächst eine dreifache fast unabhängige Entwicklung, die durch die
einzelnen oben bezeichneten Stände des Adels bezw. der Städte
des Volks und der Kirche getragen wird.

Auffällig ist, dass im Gegensatz zu südlicheren Ländern der
künstlerische Ausdruck des Volkes nicht in »gesunkenem Kulturgut»
besteht, sondern sich von vornherein eine gewisse Unabhängigkeit
bewahrt. Diese ist vor allem durch die bevorzugte Ausübung der
Instrumentalmusik bezeichnet. Der Adel dagegen pflegte
überwiegend den Gesang, wie schon in alten Zeiten der Sänger, »Skalde»,
Ehre und Ansehen genoss. Recht- und achtlos war der Spielmann,
und wie er aus dem Volke hervorging, diente er auch fast
ausschliesslich zu dessen Belustigungen.2 So besteht seit frühester
Überlieferung mit der Verschiedenheit des Standes die scharfe
Trennung von Vokal- und Instrumentalmusik.3 Dies mag ein
wichtiger Grund sein für die spätere Stellungsnahme der Kirche, die nach
der Christianisierung nur die Sänger in ihren Dienst zieht, wo sie
uns zu Beginn des 13. Jahrhunderts als »cantores» und »discantores»
begegnen, obwohl zu dieser Zeit in südlicheren Teilen Europas die
Spielmannskunst einen ausserordentlichen Aufschwung genommen
hatte, deren Wirkungen sich die Kirchenmusik nicht mehr zu entzie-

1 So findet die in den Klöstern nach dem Muster der Pariser Lehren
gepflegte mehrstimmige Mensuralmusik im Lande selbst keine Nachahmung.
Die eigentliche Volksmusik ist bis zur Gegenwart bei der Einstimmigkeit
geblieben.

2 Vgl. hierzu und folg. Norlind: »Zur Geschichte der schwedischen
Musik», S. 243 ff.

3 Diese Trennung und die bis heute fortbestehende grössere
Volkstümlichkeit der Instrumentalmusik (insbesondere durch den Tanz) scheint mir
typisch nordisch. Wie Finnür Jönson in den S. I. M. G. IX, SS. 530 ff. aufweist,
haben die nordischen Skalden ihren Gesang ohne Begleitung der Harfe oder der
»Violine» ausgeführt. Von Bedeutung mag dabei das Fehlen eines keltischen
Untergrundes sein, dem in den Ländern Mitteleuropas die Verbindung von
Gesang und Instrument (Rotte) und die Anfänge der Mehrstimmigkeit (Organum,
Gymel, Fauxbordon) wohl im wesentlichen zu danken sind. (Diese Meinung
wurde mir auch von Prof. Kurt Sachs, Berlin bestätigt.)

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Sun Dec 10 14:09:31 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/kyrkohist/1932/0131.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free