- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 1. Einführung in die Geschichte der schwedischen Musik - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes

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erich burger

halten wir durch die im Jahre 1582 in Rostock gedruckte Sammlung
der »Piae cantiones» des finnischen Studenten Theodoricus Petri
Ruuta.1 Auch nach der Reformation sind die »Piae cantiones» noch
lange im Gebrauch der höheren Schulen geblieben. Erst mit dem
Zurückgehen der lateinischen Sprache als wesentliches Element der
Bildung verschwinden sie allmählich.

Von entscheidender Bedeutung für die Geschichte der geistlichen
Musik, wie für die Musik Schwedens überhaupt, wird die Einführung
des protestantischen Chorals durch die Reformation. Um diese
wichtige Wende im einzelnen zu verfolgen, bedarf es eines kurzen
Überblicks über die allgemeine geschichtliche Lage Schwedens zu jener
Zeit und den Verlauf der kirchlichen Umgestaltung.

2. Die Einführung der Reformation und des deutschen
Kirchenliedes.

Wenn wir die Geschichte der protestantischen Bewegung in
Schweden verfolgen, so sehen wir deutlich wie schwierig es oft war,
fremden Ideen Eingang zu verschaffen, die nicht dem eigenen Boden
entstammten. Zunächst wandte sich nur der Adel und das
gebildete Bürgertum der lutherischen Lehre zu, wohl weniger um eine
ernsthafte Änderung herbeizuführen, als einer neuen Sinnesrichtung
zu huldigen. Das zeigen uns die ersten Schriften und Psalmbücher,
die durchaus den Charakter privater Propaganda tragen und nicht
als Äusserung einer Volksbewegung betrachtet werden können.2
Hingegen erscheint uns die Idee der Reformation sehr bald verschieden
interpretiert und vertreten.3 Dem König war die Reformation eine
politische Massnahme zur Errichtung einer in sich gefestigten Na-

1 Vgl. Norlind, Lat. Skols., S. 46 ff. Exemplare der 76 Lieder
enthaltenden Sammlung befinden sich in den Bibliotheken in Stockholm, Lund,
Linköping, Skara, Växiö, Helsingfors. Mehrere deutsche Lieder und Rufè
stehen unter diesen Schulgesängen z. B. »Resonet in laudibus», »In dulci jubilo»,
»Puer natus in Bethlehem» u. a.

2 Wenn Thierfelder (S. 13) meint, dass das schwedische Volk »mit
einer wunderbaren Leidenschaftlichkeit» die Reformation aufgenommen hätte,
so trifft dies nicht zu.

3 Siehe hierzu u. zu folg. Schück-Warburg, S. 173 ff. Ausserdem: E.
Rodhe: Svenskt gudstjänstliv, Stockholm 1923 und Oscar Quensel: Bidrag
till svenska liturgiens historia, Uppsala 1890.

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