Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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tionalkirche, die dem neu von ihm geschaffenen Reich den inneren
Halt geben sollte.1 So sah er in jener evangelischen Strömung, die
Olaus Petri vertrat, eine Gefahr und fühlte gleichzeitig die eigene
unumschränkte Herrschergewalt durch den neuen freiheitlichen
Geist bedroht. Dies hinderte ihn nicht, selbst noch radikaler zu
reformieren durch den 1539 als »Generalsuperintendent» eingesetzten
deutschen Lehrer des Prinzen Erich, Georg Normen.2 In liturgischer
Hinsicht versuchte man zunächst nach deutschem Vorbild das
Lateinische durch die eigene Sprache zu ersetzen. In der
Hauptsache galt dies der Messe. Um sie möglichst aus der alten Tradition
zu lösen, erstrebte Olaus Petri eine einfache Lesung des Textes
durch den Priester ohne Musik und Gesang.3 Wenn es dennoch
gestattet blieb, in der Kirche zu singen, so war es für Olaus Petri
ein Kompromiss, zu dem er sich durch die Volkstümlichkeit der
gregorianischen Melodien gezwungen sah. Welche Schwierigkeiten
es machte, diesen mit Erfolg etwas Neues entgegenzustellen, zeigt
11ns einige Jahre später die etwas resignieriende Anweisung in »Then
svenska mässan» von 1537: »Wenn die Messe gesungen werden
soll und man den Introitus und das Graduale zuweilen auf lateinisch
zu singen wünscht, so mag es wohl geschehen . . .».4 Der Nachfolger
Olaus Petris, Laurentius Petri, Schwedens erster protestantischer
1 Allerdings haben auch wirtschaftliche Gesichtspunkte Gustaf Wasa
veranlasst die Reformation einzuführen.
2 Siehe Em. Linderholm, Gustaf Vasa och reformationen i Sverige,
Sthlm 1917, S. 51 ff.
3 Vgl. hierzu die Aufl. des Jahres 1531 von »Then Swenska mässan», worin
Olaus Petri u. a. folgende Anweisungen gibt (Olaus Petri, Samlade skrifter,
II, S. 415): »Für das Graduale lese oder singe man dann das Lied von Gottes
Geboten oder ein anderes . . . dann lese oder singe man das ’Heilig, Heilig,
Heilig ... so werde das Agnus Dei gelesen oder gesungen’ (’For graduale läss
man sedhan eller siwnger then songen om gudz budhordh, eller noghon annan’
. . . Sedan läses eller siwnges: Helig, helig, helig ... Så läses eller siwnges
Agnus Dei»), Bemerkenswert dagegen Luthers »deutsche Messe» von 1526,
die gerade den Gesang in dem Mittelpunkt des Gottesdienstes stellt.
4 (»Om messan siunges wil man tå stundom siunga Introitum och graduale
på Latine må thet wel skee», Olaus Petri II, S. 443.) Vgl. den Aufsatz v.
Arthur Adell »Det gregorianska arvet i mässan» in »Tidskr. f. Kyrkomusik
och sv. Gudstjänstliv», Sept. 1926, S. 129 ff. Moeerg (Kirchenmusikal.
Jahrbuch 1932, Jahrh. 27, S. 88) glaubt allerdings, dass Olaus Petris Lesemesse
mehr »die Rolle einer Kuriosität der radikalen deutschen Bürger Stockholms
spielte».
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