- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes

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erich burger

Erzbischof, entwarf darum eine neue Liturgie, die dem Gesang eine
fast so grosse Bedeutung einräumte, wie ehedem in der
gregorianischen Messe.1 Hierdurch war ein entscheidender Schritt in der
Geschichte der schwedischen Liturgie getan und das gregorianische
Erbe der katholischen Zeit blieb den späteren Generationen erhalten.

Während der protestantische Gedanke, dem Gottesdienst die
Landessprache zugrunde zu legen, sich in der Messe allmählich
durchsetzte, fand die Übernahme des »lutherischen Liedes» wenig
Anklang. Ein beredtes Zeugnis davon gibt uns die Beschwerde
der Darlekarlier vom 14. Mai 15271 über die neuen schwedischen
Lieder, die in Stockholm gesungen würden.2 Der König wies sie ab
mit dem kurzen Gebot, man solle nun »auf schwedisch beten und
Gott loben».3 Doch das Volk konnte sich nur langsam an diese
Neuerung gewöhnen. Man hatte ursprünglich versucht, anstelle der
gregorianischen Gesänge lutherische Choräle zu setzten, aber bald
kehrte man wieder zu den alten Gesängen zurück oder verwandte
geistliche Volkslieder, die schon in der katholischen Zeit die
häusliche Andacht der Familie begleitet hatten und vom Volk bei
festlichen Versammlungen oder auf Fahrten über Land und Wasser
gesungen wurden.4 Diese Lieder erlangten nun im Laufe des 16.
Jahrh. immer grössere Beliebtheit und Verbreitung im Gottesdienst.
Zahlreiche deutsche Leise finden sich darunter, die schon in früheren
Jahrhunderten nach Schweden gekommen waren.5 Damit wurde

1 Vgl. die wichtigen Veröffentlichungen Nat. Franséns in »Liturgia
Suecana» II u. III. Stockholm 1927 und 1930.

2 Vgl. Schuck, S. 5. — Dass die neue Art des Kirchengesanges zuerst in
Stockholm geübt wurde, lag nicht zum wenigsten an der grossen Zahl der dort
wohnenden Deutschen. Freilich handelte es sich dabei noch nicht eigentlich
um lutherische I.ieder, sondern um ins Schwedische übertragene lateinische
Hymnen und sogen, »cantica», versifizierte und mit Melodien versehene
Bibelstellen (vornehml. aus dem Psalter), die man für besonders geeignet hielt, der
evangelischen Idee-Ausdruck zu verleihen. — Ausser in Stockholm finden wir
in Südschweden (Malmö) schon sehr früh den lutherischen Gottesdienst, hier
jedoch ganz abhängig von Dänemark. So sang man sogar die neuen Lieder
dänisch in Ermangelung eigener Texte (Liedgren, S. 67).

3 Zitiert bei Schück: Våra älsta psalmböcker, S. 5.

4 Vgl. Liedgren, S. 13. — Auf das geistliche Volkslied beruft sich auch
Erzbischof Laurentius Petri bei seinen Bemühungen um die Einführung
der Landessprache im Gottesdienst. (S. darüber in s. Schrift »Then
förwand-ling som medh Messonne skedde» in Samlade skrifter, Bd. 2.)

5 u. a. der alte Pilgerleis »In Gottes namen fahren wir» (Schwed.: »I gudz

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