Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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schliesslich auch dem lutherischen Choral der Weg bereitet.
Allmählich gewöhnten sich die Gemeinden an das Singen in der Kirche,
wodurch gleichzeitig das Verlangen nach neuen Liedern wuchs,
zumal nur eine geringe Anzahl allgemein bekannt war. Der Grund
lag in den Schwierigkeiten, die das Verbreiten unbekannter
Melodien machte. Notendrucke finden sich im 16. Jahrh. nur sehr
selten, da Schweden damals keine Buchdrucker besass, die diese
Fertigkeit hatten.1 Man war also ganz auf die aus katholischer Zeit
übernommenen Chorsänger2 angewiesen, die die neuen lutherischen
Psalmen nach handschriftlichen Kotierungen in den Gottesdienst
einführen mussten.3 Kannte die Gemeinde eine Melodie genügend, so
begann sie am Gesang des Chores teilzunehmen. In der »Nova
ordi-nantia» von 1575 wird zum erstenmal bemerkt, dass das Volk jetzt
daran ginge auch andere Lieder ausser dem Glaubensbekenntnis
(»Troon») mit dem Chor zu singen.4 Von dieser Zeit an beginnt erst
eigentlich eine Entwicklung im Sinne des lutherischen Gemeinde-
nampn farom wy»), den Olaus Petri später för seinen »Zehn-Gebote Psalm»
(»Thessa äro the tyo budg») verwendete. Vgl. unten S. 155. Auch der Osterleis
»Christ ist erstanden» scheint früh in Skandinavien bekannt geworden zu sein.
Ein katholisches Gildenlied des 15. Jahrh. aus Gotland bringt eine Übertragung
im Refrain zu einem geistlichen Lied:» Christus är opstanden» (Handschr. Buraei
Collectana, Königl. Bibl., Stockh. 483). Vgl. auch unten Nr. 13.
1 S. Norlind Sv. Mus. hist., S. 43.
2 Ursprünglich »Chorpriester», später in der 2. Hälfte des 16. Jahrh.
»Djäknar» (= Diakone, Schulknaben).
3 Wie schon oben.S. 122, erwähnt, hatten bis dahin nur sehr wenige Kirchen
eine Orgel zur Verfügung. Die gottesdienstliche Musik bestand fast
ausschliesslich aus dem a-capella-Gesang der dazu bestellten Schulknaben, die durch die
Lehrer, Diakone und Altaroffizianten der Gemeinde geleitet und unterstützt
wurden, manchmal auch in Wechselgesang mit ihnen traten. Auf dem Land,
wo ein Schülerchor nicht vorhanden war, musste der Glöckner während des
Singens in der Mitte der Kirche stehen und »den einfältigen und ungelehrten
Haufen zum rechten Ton halten» (Norlind Sv. Mus. hist., S. 114. Vgl. auch
Moberg in Kirchemusikal. Jahrb., Jahrg. 27, S. 106—108).
4 Liedgren, S. 62. Freilich handelt es sich bei dieser Durchführung
reformatorischer Ideen nur um kleine Schritte, die der raschen deutschen
Entwicklung nicht vergleichbar sind. Wie ähnlich sich wieder der »evangelische»
Liturgievorschlag Laurentius Petri (»Liturgia Suecana». II) und die
gefürchtete Ordinantia Johans III. waren führt Moberg überzeugend aus (vgl. die oben
zitierte Arbeit im Kirchenmusikal. Jahrbuch Jahrg. 27, Seite 91, Anm. 2).
9—32739. Kyrkohist. Årsskrift 1932.
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