- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes

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erich burger

gesanges in Schweden1, die sich bis in das zweite Viertel des 17.
Jahrh. hinzieht.

Freilich finden wir davon nur wenig in den Ritualbüchern jener
Zeit. Die im Volkston komponierten Lieder Luthers, der böhmischen
Brüder u. a. m. galten sicherlich als zu modern und erschienen in
ihrer weltlich anmutenden Form für den offiziellen Gottesdienst
nicht würdig (vgl. unten S. 131). Als erster deutscher Choral wurde
in die schwedische Messe (Auflage v. 1548) »O Lamm Gottes
unschuldig» (»O rena Guds lamm oskyldigt») aufgenommen und
unmittelbar nach dem Agnus Dei eingefügt.2 In der Auflage von 1571
versuchte der Herausgeber Laurentius Petri offensichtlich eine
Verbindung von katholischem und evangelischem Kirchengesang. Statt
des lateinischen Introitus und des Graduale sollte in Zukunft ein
geistliches Lied gesungen werden.3 Ebenso vor der Predigt. Im
übrigen blieb es allerdings beim alten. Doch hatte man damit dem
Gemeindegesang in der Messe sehr viel mehr Raum gegeben als
bisher. Die römisch-katholische Richtung Johans III., die in der
Ordinantia von 1575 ihren Niederschlag fand, versucht allerdings
dem schwedischen Choral wieder seine Bedeutung innerhalb des
Gottesdienstes zu nehmen.4 Den gleichen Zweck verfolgte die
Liturgie von 1576, die sich in ihren Anweisungen fast vollständig nach
der alten römischen Messe richtete.5 Jedoch ist der Einfluss dieser
reaktionären Verordnungen auf die im Ganzen kontinuierliche
Entwicklung des schwedischen Gemeindegesanges vermutlich nur sehr
gering gewesen. Mit dem endlich im Jahre 1614 gedruckten
Kirchenhandbuch wurde der schwedische Choral officiell in vollem Masse
anerkannt und zum Ersatz für Teile der Messe empfohlen. So trat
nun u. a. für das »Laudamus» als Schlussgesang der Choral »Allein
Gott in der Höh sei Ehr» (»Allenaste Gud i himmelrik»). Weitere um
diese Zeit durch die Kirchenordnung vorgeschlagene Choräle waren:

1 Dass diese ersten Anfänge schwierig und nicht immer erfreulich waren,
geht aus mehreren Äusserungen damaliger Geistlicher hervor, die sich oft über
das falsche und schlechte Singen des Volkes beklagten.

2 Vgl. hierzu Norlind Sv. Mus. hist., S. 44.

3 Ob lateinische oder schwedische Lieder entschied meist die Sprache der
dazu gelesenen Messe.

4 Vgl. dazu Rodhes »Studier i den svenska reformationstidens liturgiska
tradition», 1917.

5 Ibdm S. 129.

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