- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes

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deutsche kirchenmei.odien in schweden 175

»Es spricht der Unweisen Mund wohl» (»Then som vil en Christen
heta»)1, »Aus tiefer Not schrei ich zu Dir» (»Af djupsens nöd»),
»Nun bitten wir den heiligen Geist» (»Nu bedja wi then heiig And»),
»Komm heiliger Geist, Herr Gott erfüll» (»Kom Helge Ande, Herre
Gud, upfyll»), »Vater unser im Himmelreich» (»Fader vår, som i
himlon äst»), »Gieb unserm Fürsten und aller Oberkeit» (»Gud gifve
vår konung») u. a. m. Diese Lieder hatten grösstenteils schon in
den ersten Jahren der Reformation Übersetzungen erfahren ohne,
wie schon erwähnt, in den Gottesdienst aufgenommen zu werden.
Sie dienten zunächst der Propaganda für die neue Lehre und waren
lediglich zur persönlichen Andacht bestimmt. Als Gesellschaftslieder
wurden sie besonders in den adeligen Kreisen rasch beliebt und gerne
gesungen.2

Die Verbreitung der Texte geschah durch die
»Choralpsalmbücher».3 Das erste erschien 1526, ist jedoch leider verloren. Die
drei Lieder, die Schück4 aus dem Inhalt nachweist, entstammen dem
Walterschen Gesangbüchlein von 1524.5 Das zweite erschien 1530
und enthielt die Texte zu 15 Liedern, fast alle Übersetzungen
deutscher protestantischer Choräle, wahrscheinlich von Olaus Petris
Hand. 1536 wurde eine neue Auflage herausgegeben nach dem
Vorwort zu schliessen vom gleichen Verfasser. Die darin enthaltenen
46 Lieder (nur Texte) bringen neben dem Vorhergenannten noch einige
neue deutsche Choräle und Cantica, ausserdem 11 Übersetzungen
lateinischer Hymnen, wobei Olaus Petri sich jedoch ganz an die
Übersetzung Luthers anschliesst. Die nächste Auflage von 1543 besorgte
Laurentius Petri. Die uns davon überlieferten Fragmente geben den
Inhalt der vorigen Auflage nur um 5 Lieder vermehrt. Das
gegenüber dem Vorigen wohl kaum erweiterte Choralpsalmbuch von 1549
ist bis auf Titelblatt und Calendarium verloren. 1567 erschien die
6. Auflage, ebenfalls von Laurentius Petri. Sie enthält die Texte
von 101 Liedern, grösstenteils Übersetzungen deutscher Choräle
Linter häufiger Benutzung der dänischen Übertragungen. Diese

1 Nach Norlind (Sv. Mus. hist., S. 48) schon in der Messordnung von 1531
anstelle des Graduale vorgeschlagen. Schweden übernimmt nur die Melodie.

2 Schück, S. 338.

3 So genannt, obwohl es sich um Psalmbücher mit nur gelegentlichen
Notenbeigaben handelte.

4 Schück: Våra älsta psalmböcker, S. 6.

5 S. Notenbeilage Nr. 1, 2, 3.

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