- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes

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erich burger

Sammlung wird 1572 fast unverändert neu aufgelegt. Interessant
sind darin die ersten Versuche einer Notenbeigabe zu 6 schwedischen
»Parabeln». Jedoch blieb es noch bei dem Druck der Linien, wie sie
uns schon 1553 in »En liten Songbook . . .», dem ersten
musikalischen Handbuch für Kirchengesang (von Laurentius Petri
herausgegeben) begegnen. Die Noten sollten nachträglich hineingeschrieben
werden, was jedoch in den uns erhaltenen Exemplaren leider nur
zum geringsten Teil geschah. Die ersten gedruckten Noten finden
wir in dem Choralpsalmbuch von 1586 zu dem Glaubensbekenntnis
(»Troon»). Die Auflage von 1610 wiederholt darin die vorige. Beide
sind in Stockholm gedruckt. Von nun ab häufen sich die Notendrucke
gleichzeitig mit den Auflagen. Das Choralpsalmbuch von 1616 des
Eskil Matzon hat 16 gedruckte Melodien, das von 1619 und 1623
des Laurentius Jonae sogar 58. Bis zu dem offiziellen Gesangbuch
von 1627 erschienen noch Rudbecks Enchiridion 1622, die
zahlreiche Auflagen fanden und die »Psalmeprofver» von J. Arrhenius
1689 (91).1 Die letztgenannten enthalten ebenfalls einige gedruckte
Notenbeigaben z. T. aus deutschen und dänischen Sammlungen.

Wenn die Lieder dieser Choralpsalmbücher erst im 17. Jahrh.
in die Kirche aufgenommen wurden, so erklärt sich dies aus dem oben
geschilderten harten Kampf zwischen der lateinischen und
schwedischen Sprache, mit welcher die Geschichte des lutherischen Chorals
aufs engste verbunden war. Der 30jährige Krieg, der die
Reformation in Schweden zur Volksbewegung machte, fällte schliesslich die
Entscheidung: Das Lateinische verschwand endgültig und das
protestantische Kirchenlied erfuhr seine erste grosse Entwicklung.

Damit treten wir in eine neue Epoche. Der dumpfe pädagogische
Druck der ersten Reformationszeit, dem selbst die Persönlichkeit
Olaus Petris sich nicht zu entziehen vermochte, wich einem
einzigartigen geistigen Aufschwung. »Frische neue Eindrücke drängten
sich auf diese träumenden Halbbarbaren» (Schück) und brachten
eine bisher unbekannte kulturelle Regsamkeit in die gesamte Nation.
Der grosse Krieg glich einem neuen Wikingerzug, der alles, was das
Ausland an Werten bot, dem schwedischen Volke zuführte. Mit
der politischen Bewegung vereinigte sich die religiöse. Die Ideen

1 Auf eine 1674 in Stockholm gedruckte Sammlung von S. Columbus
»Odae Sveticae» des deutschen Kapellmeisters Gustaf Düben sei hier nicht näher
eingegangen, da sie für unsere Untersuchungen nicht in Betracht kommt.

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