Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes
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erich burger
vom Konsistorium bestellte Ausgabe im Druck: »Svenska Upsala
Psalmboken», allerdings ohne Notenbeigabe. 1671 reichte der »Poet
und Musicus» Israel Leimontinus ein ausgearbeitetes Choralbuch
mit Melodien ein, das aber nicht genehmigt wurde.1 Eine private
Sammlung von Kirchenliedern mit gedruckten Noten
»Psalmeprof-ver» (»Psalmproben») gab noch 1689 (2. Aufl. 1691) Jacob Arrhenius
heraus. Einige der darin enthaltenen Melodien sind unmittelbar
aus deutschen Choralbüchern entnommen.2
Es war ein bedeutungsvoller Schritt, als man sich endlich 1693
ent schloss ein grosses offizielles Gesangbuch für die gesamte
schwedische Kirche auf Staatskosten herauszugeben. Olof Rudbeck3
und Harald Vallerius4, beide Professoren in Uppsala erhielten
durch königliches Schreiben den Auftrag die Psalmen dafür
zusammenzustellen und »die alten Melodien einer richtigen und
symmetrischen Form anzupassen».5 Es solle genau darauf geachtet werden,
dass »jeder Psalm zu seinem richtigen und ihm dienlichen Ton»
käme. Unbekannte oder schwere Melodien müssten durch
bekanntere und leichtere ersetzt werden. Schliesslich sollten die Psalmen
entweder die Weisen erhalten, die sie »in dem deutschen Psalmbuch
1 Norlind Sv. Mus. hist., S. 122.
2 Auch dänische Choralbücher hat man in jener Zeit vielfach als Quellen
für Übertragungen benutzt. So stimmen zahlreiche Melodien schwedischer
Sammlungen genau mit den Fassungen von Hans Thomissön (1569) und Nils
Jespersen (1573 u. 1637) überein.
3 O. R. (1630—1702), Rektor an d. Universität Uppsala und Leiter des
dortigen Musikwesens. Zu seiner Zeit weit bekannt als Sänger von mächtiger
Stimme. Auch kompositorisch war R. tätig. Jedoch ist für die obige Sammlung
weder von R. noch Vallerius ein eigener Beitrag nachgewiesen. (Vgl. Moberg:
Olof Rudbeck d. ä. och musiken, SS. 176—210 der Festschrift Rudbecksstudier
anl. d. 300 J. Jubil., Uppsala 1930. Ausserdem: »Musik und Musikwissenschaft
an den schwedischen Universitäten» I, SS. 65—67 der Zeitschrift »Mitteilungen
der IMG 1929», H. 4 u. Norlind Sv. Mus. hist., S. 112 ff.)
4 H. V. (1646—1716) war »direktor musices» und Domorganist in Uppsala.
1690 erhielt er eine Professur für Mathematik an der Universität. Die
wichtigsten seiner wissenschaftl. Abhandlungen betreffen Probleme der Akustik und
der Klangverhältnisse und der Rhythmik.
5 »att lämpa de gamla melodierna till en riktig och symmetrisk form
(vgl. Wrangel, S.). — »Die symmetrische Form» bezieht sich augenscheinlich
auf den strengen Strophenbau der deutschen Lieder im Gegensatz zu den
schwedischen, die die Vorliebe für melismatische Dehnungen vermuten lassen.
Vgl. d. »Moralieder» unten S. 249.
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