Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 2. Die Einführung der Reformation und des deutschen Kirchenliedes
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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hatten, aus dem sie genommen»1 waren, oder jene, die »früher in
den Gemeinden gebräuchlich und bekannt»2 gewesen. Vor allem
möchte man sich bemühen »bei der alten Einfältigkeit zu bleiben»3
damit die Psalmen solche Melodien bekämen, die zu ihrem Inhalt
passten und nicht nur göttliche Andacht in- und ausserhalb der Kirche
erweckten, sondern »in den Gemeinden auch leicht gelernt und
gesungen werden»4 könnten. Diese Prinzipien hat Vallerius bei der
Zusammenstellung der Lieder weitmöglichst berücksichtigt.
Besonders wichtig war ihm augenscheinlich die Beibehaltung der
volkstümlich-schwedischen Fassungen der deutschen Melodien.5 Hierbei
ist Rudbecks Anteil nicht zu unterschätzen. Es wird uns
überliefert, dass von ihm alle Aufzeichnungen vor der endgültigen
Redaktion durchgesungen wurden.6 Rudbeck stammte aus
Östergötland und sicherlich gab die Erinnerung an die Form der
heimatlichen Kirchenlieder mehrfach den Ausschlag bei der Niederschrift
der Noten. Dass sich Vallerius dem älteren und sehr eigenwilligen
Rudbeck, der zudem sein Lehrer in der Musik gewesen war, in dieser
Hinsicht unterordnete, ist wahrscheinlich.7 Ein individueller
Geschmack scheint jedenfalls für die Abfassung des Gesangbuches
nicht ausschlaggebend gewesen zu sein, da die »alte Einfältigkeit»
durchaus gewahrt blieb, wo nicht volkstümliche Wendungen den
Vorzug erhielten.8
1 «... i den tyska psambook, hwarifrån dhe äro tagne . . .»
2 ». . . förr i församblingarne brukelige och bekante thoner . . .»
3 ». . . förbliwer man wid den gambla eenfalldigheten . . .»
4 ». . . lätteligen läras och siungas i församblingarne ...» Dieser kgl.
Brief stammt vom 15. Dez. 1693. (Palmskiöldska Saml., Ups. Bibl., Nr. 5,
Bd. I, Bogen 1, S. 405.)
5 Durch Vergleich ist erwiesen, dass Vallerius mehrere schwedische
»Manuale» für seine Arbeit benutzt hat, besonders die Handschr. Rappe und
Riddarholm. (Vgl. unten S. 237.)
6 S. Palm: »Om Harald Vallerius . . .» S. 103 Anm.
’ Allerdings fiel Vallerius doch der Hauptanteil der Arbeit zu, da
Rudbeck durch anderes zu stark in Anspruch genommen war. So wurde die
Ausführung des basso continuo und die Gesamtanordnung der Lieder sicherlich
ausschliesslich von Vallerius besorgt. (Vgl. Palm, ebd. S. 102, Norlind: Sv.
Mus. hist., S. 112. u. Moberg in der Festschrift, S. 206. Rudbecks Arbeit
wird dort durch einen Brief erläutert.)
8 Norlind (ebd.) schreibt Vallerius eine gewisse Eigenmächtigkeit in
der rhythmischen Notierung zu, so mehrfache Anwendung des 3-Taktes und
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