Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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sich zuerst im Ps.B. von 1530, soll aber schon 1526 gedruckt gewesen
sein.1 In Dänemark erscheint die Melodie 1569 bei Thorn. In
Schweden notiert sie zuerst Mönst. in genauer Übereinstimmung mit Thorn.
Gegenüber der Strassburger Fassung zeigt diese nur geringe
Abweichungen. So scheint die Vorausnahme des Spitzentons f vom
Anfang der 5. Zeile für den Schluss der 1. eine originell schwedische
zu sein, die ausser von Ridd. von allen späteren übernommen wird.
Vielleicht auch die Kadenzerweiterung der vorletzten Zeile f e f d c
statt f e (d) c (nicht bei Rappe und Ridd.). Kleine Varianten weist
in allen Fassungen die Schlusszeile auf. Nur Rappe und Ridd.
stimmen ganz überein. Im wesentlichen wird die kadenzierende Wendung
der 2. (4.) Zeile nur mit um eine Stufe erhöhtem Spitzenton
wiederholt. Bemerkenswert erscheint noch ein bewegter Rhythmus bei
Rappe und G. 120. Der Beginn mutet geradezu tanzmässig an.
G. zeigt ausserdem noch eine auffällige volksliedhafte Prägung durch
eine Wendung nach Moll im Abgesang, die uns typisch nordisch
scheint. Die 5. Zeile schliesst in a-Moll und die 6. setzt auf der
Molldominante (g-Moll) ein, indem der Anfangston zu b erniedrigt wird.
Der Schluss moduliert wieder nach C-Dur zurück.2 Eine Parallele
in Deutschland konnte hierzu nicht nachgewiesen werden.
3. »Es spricht der Unweisen Mund wohl»
Schwed.: »Then som wil en Christen heta»
(Dän.: Saa taler den uwise mund»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524, No. 30 (Z. 4436).
Schwed.: Kalm. I. fol. 139; Mönst., fol. 74; V. B. 30; Rappe, fol. 21;
Ridd., pag. 55; G. 2.
Den Ursprung dieser Weise vermutet Kümmerle3 schon im
vor-reformatorischen geistl. Volksgesang. Vielleicht müssen wir sie
1 Liedgren, S. 77 nimmt den frühesten Druck des Textes für das Jahr
1536 an und bezeichnet ihn als »3. Originalpsalm Olaus Petris». Vgl. dagegen
Schück: »Våra äldsta psalmböcker» (S. 6, 7).
2 Im Original F-Dur. Über die Vorliebe für diesen Dur-Moll-Wechsel
vgl. unten S. 240/241.
3 Vgl. Kümmerle I, S. 385.
Rappe, 1. Zeile.
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