Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
aber auch Luther selbst zuschreiben. Der obige Text erscheint in
Schweden 15261, in Dänemark 1569. In »Then Swenska Messan»
von 1531 wird er als »Graduale» angegeben.2 Die Mel. findet sich
zuerst in Mönst. notiert und steht wie in den frühen deutschen
Quellen im hypo-jon. Kirchenton. Dieser ist noch von Kalm. I
und V. B. 30 festgehalten.3 In Rappe, Ridd. und G. 2 tritt das moderne
Kadenzempfinden deutlich hervor, indem die 5. Zeile mit dem
erhöhten Leitton fis einen Ganzschluss in G-Dur bringt. Ridd.
wiederholt in der letzten Zeile diese Erhöhung wohl zur Betonung der
Aufwärtsbewegung nach dem Spitzenton g, der dadurch auch
verstärkte Dominantwirkung erhält. G. gibt diesen nicht wieder. Für
die 2. Zeile wird als Auftakt an Stelle der Walterschen Untersekunde
durchweg die LTnterquarte gebracht. Auffallend ist noch eine
rhythmische Variante. Während für diese Weise überall der gerade Takt
durchgängig ist, bringen Mönst., Kalm. I und G. den Abgesang
3-taktig. Die Schlusszeile erscheint kontrastierend wieder im
geraden Takt.4
4. »Herr Christ, der einig Gotts Sohn»
Schwed.: »Christus then rätte Herren»
(Dän.: »Herr Christ Gud Faders enbaarne sön»)
Quellen: Deutsch: Enchirid. Erfurt (zum schwarzen Horn und zum Ferbefass)
1524 (Z. 4297 a).
Schwed.: Mönst., fol. 92; Rappe; Ridd., pag. 115; G. 119.
(Dän.: Thorn., fol. 28; Jesp., fol. 1.)
Diese ursprünglich 9-zeilige Weise findet sich zuerst im
Loch-heimer Liederbuch (1455—1460) mit dem weltlichen Text »Mein
freud möcht sich wohl meren». Geistlich erscheint sie — nun um
2. Zeilen gekürzt — in den Erfurter Enchiridien von 1524 mit dem
Liede der Elisabeth Cruciger und wird von da an überall in den
evangelischen Kirchengesang aufgenommen. Die dänischen Fassungen
1 Vgl. Schuck, H.: »Våra äldsta psalmböcker».
2 Vgl. Liedgren, S. 84.
3 Jedoch ist das erhöhte fis am Schluss der 5. Zeile sehr wohl für Walter,
wie auch hier denkbar.
4 Dieser Taktwechsel im Abgesang ist häufig in den älteren Volksliedern
anzutreffen. H. Palm (»Om Folktonen i den lutherska församlingssången»)
bestätigt diese Eigentümlichkeit besonders für die schwedischen Volkslieder
(S. 12).
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