Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmelodien in schweden
143
von Thorn, und Jesp. schliessen sich unmittelbar (auch im Text) an
die Enchiridien an. Von Dänemark kam das Lied sehr rasch nach
Schweden. Eine Parallele zu der dänischen Übersetzung findet sich
schon im Ps.B. von 1530.1 Daneben erscheint bald ein 2. schwedischer
Text zu derselben Melodie: »Christus then rätte herren», mit welchem
sie in Mönst. und allen späteren Aufzeichnungen verbunden bleibt.
Die aus dem mehrstimmigen Gesang stammenden charakteristischen
Synkopen, die die Enchiridien aufweisen, finden wir auch in
Schweden, jedoch nur bei Mönst. Die späteren schreiben gleiche Noten,
insbesondere Rappe und G., die auch den langen Auftakt fallen
lassen. Ridd. hat als Anfangston der 2. (4.) Zeile b statt a, was jedoch
als Schreibfehler angesehen werden kann, da sich nirgends eine
Parallele dafür findet und die Schlusszeile, die nur eine
Wiederholung der 2. (4.) ist, auch hier mit a beginnt. Die bei Mönst. in der
vorletzten Zeile notierte Zwischennote g zur Überbrückung des 2.
Terzschrittes, wird von den späteren nicht mehr übernommen.
5. »Erbarm dich mein, o Herre Gott»
Schwed.: »Förbarma tig Gudh öfwer mig»
(Dän.: »O Herre Gud i höyeste thron»)
Quellen: Deutsch: Johann Walter 1524, No. 13 (Z. 5851).
Schwed.: Mönst., fol. 82; Kalm. I, fol. 145; Rappe, fol. 13; Ridd.,
pag. 92; G. 60.
(Dän.: Thorn., fol. 264.)
Der Text dieses Liedes, von Erhart Hegenwalt gedichtet, war
ursprünglich mit einer anderen Melodie verbunden, die dann durch
die Walter’sche Komposition verdrängt wurde.2 Diese scheint sehr
früh im Norden beliebt geworden zu sein. Die erste Übersetzung des
Liedes bringt das Ps.B. von 1530. Ungefähr gleichzeitig lässt es
sich auch in Dänemark nachweisen. Die erste Notierung der Melodie
von Mönst. und Kalm. I stimmt fast genau mit Thorn, überein. Die
Abweichungen von Walter sind nur geringfügiger Art. So fällt der
verkürzte Auftakt weg und wird auch von allen späteren Fassungen
mit gleichen Noten geschrieben. Mönst. bringt die vorletzte Note
der 2. (4.) Zeile punktiert. Die Synkope der 6. Zeile verschwindet,
wird jedoch später von Rappe und Ridd. aufgenommen, während G.
1 »Herre Christ gudz faders ende son».
2 Vgl. Zelle, S. 15.
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