Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
11. »Gott sei gelobet und gebenedeiet»
Schwed.: »Gud ware låfwad och högeliga prisat»
(Dän.: »Gud vaere loffuit altid oc benedidet»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524, No. 5 (Z. 8078).
Schwed.: Kalm. I, fol. 145; Mönst., fol. 77; Ridd., pag. 54; G. 15.
(Dän.: Thorn. 1569, fol. 129; Jesp., fol. 20.)
Nach Baumker1 sind die ältesten Quellen für diesen alten
Abendmahlsgesang das Miltenberger Processionale aus dem 15. Jahrh.
und die Crailsheimer Schulordnung von 1480. Luther behielt Text
und Melodie bei und änderte nur den Schluss.2 Nach Schweden kam
das Lied im Anfang des 16. Jahrh. und wurde von Olaus Petri
wortgetreu übersetzt und in das Ps.B. von 1536 aufgenommen. 1557
erscheint es uns schon in der schwedischen Messe3, ein Zeichen seiner
Beliebtheit und raschen Verbreitung, da, wie oben erwähnt4, zu jener
Zeit nur wenige deutsche Kirchenlieder in den offiziellen
Gottesdienst eindringen konnten. Die Melodie ist zuerst in Kalm. I
aufgezeichnet. Sie zeigt in der Überlieferung eine Reihe kleiner
Varianten, die sich zum grössten Teil auch in deutschen Quellen nachweisen
lassen. Besonders scheinen Vulpius, Schein und Crüger von
Ein-fluss gewesen zu sein. So hat Ridd. die 5. und die letzte und bis auf
eine Durchgangsnote die 6. Zeile mit Schein gemeinsam. Die 7.
Zeile ist mit Vulpius identisch, ausgenommen das »fis», das bei Crüger
steht. Von jenem sind auch die letzten 3 Zeilen abhängig, wie dies
am deutlichsten die Wendung vom (transponiert-)hypomixolydischen
Kirchenton, der bis dahin festgehalten wird nach C-Dur zeigt. G.
stimmt darin ebenfalls überein. Jedoch weicht es in der 2. (4.) Zeile
von den übrigen schwed. Fassungen ab, indem es nicht wie Walter
den mixolydischen sondern wie Wulpius, Crüger u. a. den jonischen
(Dur-) Schluss auf der Tonika f bringt. Die 7. Zeile hat die
Kadenzformel mit Schein und Crüger gemeinsam. Ridd. dagegen die von
Vulpius. Im übrigen stimmen Ridd. und G. so gut wie überein.
Letzteres hat in der 8. Zeile statt dem bisher üblichen a-(h-)d eine
monotone Verdopplung der Folge a-h-c, und in der 9. Zeile als 4.
Note die Unter- statt der Obersekunde. Kalm. und Mönst. geben
wie die dänischen Fassungen fast genau die Notierung von Walter.
Kleine Varianten zeigen nur die 7. Zeile, die in Kalm. mit der sequenz-
1 I, S. 719 und 720.
3 Liedgren, S. 37.
2 Vgl. Wolfrum, S. 50.
1 S. 128.
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