Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden 175
artigen Formel f-e-f-d, c-b-c-a kadenziert. Mönst. hat die punktierten
Noten Walters, setzt aber wie Kalm. zweimal f und als vorletzte Note
die Sekunde a statt b.
12. »Was rühmest du dich der Bosheit»
Schwed.: »Lät thet icke förtryta sig»
Quellen: Deutsch: Gesangbüchlein, Augsburg 1562 (Z. 4736).
Schwed.: Kalm. I, fol. 149; Mönst., fol. 81; Rappe, fol. 38; Ridd.,
pag. 88; G. 48.
Die in Deutschland sehr selten rein dorische Melodie zu dem
Psalmlied eines unbekannten Verfassers über den 52. Psalm erscheint
erstmals in dem Augsburger Gesangbüchlein von 1562.1 In Schweden
bringt das Ps.B. von 1536 eine Übersetzung des Textes. Die Melodie
wird zuerst von Kalm. I aufgezeichnet und scheint in ihrer
gesanglichen Beweglichkeit recht beliebt geworden zu sein. Die
zahlreichen Melismen weisen naturgemäss überall kleine Varianten auf,
während im übrigen die Melodie ziemlich genau überliefert wird.
Die X. (3.) Zeile zeigt abgesehen von dem punktierten und die Terz
überbrückenden Auftakt Rappes nur Verschiebungen der
Notenwerte in der Schlussprofilierung, indem durchweg die 5. Note g
verlängert und dafür die vorletzte h (ausser bei Ridd.) verkürzt wird.
Die 1. Zwischennote h fällt ausser bei Rappe überall weg. Die 2.
(4.) Zeile vermeidet den Quartsprung von der 3. zur 4. Note und bringt
die einfache diatonische Fortschreitung. Die folgenden Melismen
werden bei Kalm. um 3, bei Mönst. um 1, bei Rappe und Ridd. um
2 Noten gekürzt. G. streicht sie so gut wie ganz. Die 5. und 6.
Zeile bleiben unverändert. Die im Augsburger Gesangbuch
melisma-tisch stark gedehnte letzte Zeile erfährt in den einzelnen schwed.
Fassungen eine zunehmende Verkürzung. Statt 18 Noten schreiben
Kalm., Mönst., Rappe 13, Ridd. 12 und G. schliesslich nur noch
10 Noten. Bei den beiden letzten fällt das 1. und 3. Melisma ganz
weg, das bei Kalm. und Mönst. noch angedeutet war. Gleichzeitig
erfährt der ambitus eine Verkleinerung von der ursprünglichen
Septime d-c zur Sexte d-h in Kalm., Mönst. und zur Quinte d-a
Rappe, Ridd. und G.
1 Siehe Z. VI, S. 45.
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