Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
175
nehmen. In Deutschland wird es zuerst von Crüger notiert. Der
erhöhte Halbtonschritt in der 6. Zeile scheint nur schwedisch.
18. »Ein feste Burg ist unser Gott»
Schwed.: »Vår gud är oss en väldig borg»
(Dän.: »Vor Gud hand är saa fast en Borg»)
Quellen: Deutsch: Jos. Klug 1535, Bl. 45 (Z. 7377a).
Schwed.: Kalm. I, fol. 151; Mönst., fol. 82; Rappe, fol. 23; Ridd.,
pag. 90; G. 56.
(Dän.: Thorn., fol. 217 b; Jesp., fol. 388; Arrebo, fol. 88.)
Über die Entstehung des Luther’schen Schutz- und Trutzliedes
konnte bis heute nichts Endgültiges festgestellt werden. Vermutlich
ist es in den Jahren 1523—1528 entstanden.1 Wackernagel meint,
das Lied sei unmittelbar nach dem Reichstag von Speyer 1529 von
Luther gedichtet worden und gibt dafür gute Gründe.2 Über den
Ursprung der Melodie bestehen die verschiedensten Ansichten.
Meistens gilt Luther als ihr Erfinder.3 Otto Kade4 und mit ihm Zelle5
schreiben die Weise Joh. Walter zu. Bäumker6 behauptet, sie sei
aus Teilen einer alten Messe zusammengesetzt, doch spricht der
einheitliche Guss der Melodie entschieden gegen solch Flickverfahren.
Sie erscheint zum ersten Mal gedruckt bei Jobst Gutknecht,
Nürnberg 1531 in »Kirchengesenge mit vil schönen Psalmen uund Melodey
gantz geendert uund gemert». Handschriftlich findet sie sich schon
in dem so genannten Luther-Kodex vom Jahre 1530.’ Sie ist
demnach spätestens 1530 entstanden.
Das Lied wurde mit 5 anderen Lutherliedern für das schwed.
Ps.B. von 1536 übersetzt. Die Melodie steht erst in den
Handschriften des 17. Jahrhunderts und G. 56. Sie zeigt Varianten, die sich
z. T. auch in deutschen Quellen nachweisen lassen.8 Mit 3 gleich
1 Vgl. Zelle »Ein feste Burg ist unser Gott» I, S. 3 ff.
2 Wackernagel I, S. 390.
3 Diese Meinung vertreten auch Kümmerle und Wolfrum.
4 Vgl. den Kommentar Otto Kades zur Neuausgabe des
»Wittenbergischen Geystlichen Gesangkbuchleyn’s» von 1524 durch die Gesellschaft für
Musikforschung 1878.
5 Zelle, ebenda, S. 6.
6 Baumker, Monatshefte f. Musikgesch. 1880.
7 1871 von Otto Kade herausgegeben. Jedoch steht die Datierung nicht
mit Sicherheit fest (vgl. Kümmerle I, S. 362—363).
8 Bezeichnend für die Verwirrung u. Gleichgültigkeit, mit der in jener
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