Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
175
wodurch der Schlusston auf die Unterdominante b statt die
Oberdominante c kommt. Daran anschliessend werden die beiden ersten
Noten der 8. Zeile ebenfalls erniedrigt und die Sexte erst an 3. Stelle
gebracht. Diese Variante kann als durchaus nachteilig bezeichnet
werden und ist wohl auf eine falsche Notierung (Tritonus e-b!)
mangelhafte Überlieferung zurückzuführen. Den Schluss der Zeile
mit der Terz d-b hat Mönst. wie Osiander, Gesius u. a. Die übrigen
schwed. Quellen schreiben diatonisch wie Hassler und Wulpius. In
der letzten Zeile wird, ausser von Mönst., der kurze Auftakt nirgends
übernommen. Die Aufteilung der 2. Note in 2 Viertel bringen Kalm.
und Rappe wie Thorn. Die Synkope in der Kadenz wird bei Kalm.,
Rappe und G. wie bei Strassburg 1616 in J J J aufgelöst.
19. »Es wollt uns Gott genädig sein»
od. »Christ, unser Herr, zum Jordan kam».
Schwed.: »Vår Herre Christ kom til Jordan»
(Dän.: »Christus kom selff til Jordans flod»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524, No. 12 u. Klug 1543 (Z. 7246).
Schwed.: Uppsala-Psalmboken 1616 (Pag. XXI); Kalm. I, fol. 144;
Mönst., fol. 77; Rappe, fol. 23; Ridd., pag. 63; G. 12.
(Dän.: Thorn., fol. 123; Jesp., fol. 129.)
Die deutsche Melodie im dorischen Kirchenton mit aeolischem
Mittelteil und Schluss findet sich zuerst mit dem Text »Es wollt
uns Gott genädig sein» bei Walter 1524. Seit dem Erscheinen des
Klug’schen G.B.’s 1543 wird sie jedoch ausschliesslich mit dem Text
des Luther’schen Taufliedes verbunden.
In dieser Form kommt es auch nach Schweden. Der Text steht
im Ps.B.-Fragment von 1543. Die Melodie erscheint schon im
Uppsala Ps.B. von 1616 gedruckt. Gegenüber den deutschen und
dänischen Notierungen steht sie im 3-Takt, nur Ridd. schreibt 0 vor.
Der frühe Druck hat eine ziemlich genaue Überlieferung zur Folge.
Uppsala Ps.B. beseitigt den Quartsprung der 1. Zeile durch einfache
diatonische Fortschreitung, worin es auch Ridd. und G. 12 bestimmt.
Die 5. Zeile zeigt einige durch den Text bedingte Noten
Verdopplungen. G. schreibt zu Anfang und Schluss 2 Punktierungen.
Ausserdem streichen Kalm., Mönst. und G. den Quartenauftakt. Die nicht
volksmässige Synkope in der 6. Zeile wird nur von Ridd. beibehalten,
die anderen lösen sie in gleiche oder (wie Rappe) in punktierte Noten
Ps.B. 1543.
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