Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
175
Böhme1 auf den sogenannten »Pavierton» zurück, der uns auf einem
fliegendem Blatt von 1530 erhalten ist mit dem Titel: »Ein Lyed
von Adams fal in einem newen thon, den man singet von der Schlacht
vor Pavia». Diese Weise war im 16. Jahrh. ausserordentlich beliebt
und wir finden sie in jener Zeit mit zahlreichen Texten verbunden.2
In Metrum und Duktus ähnlich ist die Weise des Strassburger
Kirchenamts von 1525 zu dem Text »Mein Seel erheb den Herren», die
ihrerseits auf das alte »Magnificat anima mea Dominum»
zurückgeht.3 Während diese beiden Lieder noch selbständig in Dänemark
auftreten4, erfahren sie in Schweden eine Verschmelzung, die sonst
nicht anzutreffen ist.5 Den Grund dazu gibt augenscheinlich der
aeolische Schluss der 1. dorischen Melodie, der wegen seiner
Dominantwirkung vermieden werden soll. So sind in allen schwedischen
Fassungen die beiden letzten Zeilen der Strassburger Weise an Stelle
der Klug’schen getreten, wodurch nun das Lied »Durch Adams Fall»
einen Tonikaschluss im dorischen Kirchenton erhält.
Der Text verrät die unmittelbare Übertragung aus dem
Dänischen. Er erscheint gedruckt im Ps.B. von 1543. Die Melodie wird
erst von Kalm. I aufgezeichnet, war jedoch sicherlich im 16. Jahrh.
schon weit verbreitet.6 Als auffällige Abweichung haben alle
schwedischen Fassungen den 3-Takt. Die 2. (4.) Zeile schliesst überall wie
Strassburg mit überbrückt er Terz. Rappe schreibt auch für den
Auftakt die Durchgangsnote und beginnt die folgende Zeile mit der
gleichen Formel
Die übrigen haben
stattdessen nur die Untersekunde, ebenso auch in der folgenden Zeile.
Rappe verwendet hier abermals die obige Auftaktsformel eine Terz
1 Böhme, S. 484, 485.
2 Vgl. Kümmerle I, S. 345. Weltlich: »Was wöll wir aber heben an ein
neues Lied zu singen» (Böhme, S. 482) »Der grimmig Tod mit seinem Pfeil»
u. a. m.
3 Vgl. Baumker II, S. 117. Diese Melodie wurde in Deutschi, auch mit
dem Text des 1. Liedes verbunden (vgl. Zahn: »Vierstimmiges Melodienbuch.
G.B. der evang.-luth. Kirche in Bayern», S. 119), ein Umstand, der sicher für
die spätere schwed. Verbindung beider Mel. von Bedeutung war.
4 Siehe oben.
5 Vgl. auch Nodermann II, S. 113 (zu Ps. 237).
0 Nach Liedgren (S. 231) wurde das Lied bei der Beerdigung Gustav
Wasas gesungen.
II—32739. Kyrkohist. Årsskrift 1932.
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