Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
174
erich burger
tiefer. Kalm. und Mönst. schreiben diese Zeile wie Thorn, mit
einfach diatonischem Abstieg. Die 7. Zeile stimmt mit Strassburg
überein, nur wird der Quartsprung (a-d) vermieden und der Spitzenton
zum Leitton h erniedrigt. Die letzte Zeile sinkt mit der 4. Note
zur Tonika ab, statt zur Quinte fortzuschreiten. Rappe schreibt
eine volkstümliche Schlussformel:
21. »Verleih uns Frieden gnädiglich»
Schwed.: »Förläna oss Gud så nådelig»
(Dän.: »Forlaen oss met Fred naadelig»)
Quellen: Deutsch: Jobst Gutknecht, Nürnberg 1531 (Z. 1945).
Schwed.: (Högskyrka 1580) Mönst., fol 105; Rappe, fol. 38; G 310.
(Dän.: Thorn., fol. 254; Jesp., fol. 22.)
Dies alte Friedensgebet geht auf das lateinische »Da pacem,
domine» zurück. Luther übersetzte es und bearbeitete hierfür die
Melodie »Veni redemptor gentium».1 In dieser Form hat das Lied in
der evangelischen Kirche weite Verbreitung erfahren, meist in
Verbindung mit dem von Walter hinzugefügten Choral »Gieb unserm
Fürsten und aller Oberkeit.»2 Die I.uther’sche Übersetzung wurde
anscheinend früh ins Schwedische übertragen, denn sie wird schon
1557 in der Messe aufgeführt.3 Die rasche Übernahme des Textes
hatte sicherlich ihre Ursache in der Abhängigkeit der zugehörigen
Melodie von dem überall bekannten »Veni redemptor gentium». Diese,
wohl schon aus dem 4. Jahrh. stammende Hymne4, kann zu den
ältesten Choralmelodien Schwedens gezählt werden. Sie wurde mit
verschiedenem Text gesungen, so zu »Werldens Frälsare kom här»
(G. 121) (hier steht die Melodie im 3-Takt!) und »Var glad du helga
Kristenhet» (G. 123). Im Lauf der Tradition erhielt sie eine Reihe
von Umbildungen, von denen wir diejenige von Högs kyrka zitieren,
da hier bereits die schwedische Übertragung des Luther’schen
Textes (»Förläna oss Gud så nådelig») unterlegt ist. Die starke
Zersingung der Weise bezieht sich sicherlich nicht auf die Bearbeitung Lu-
1 Vgl. Kümmerle, Bd. III, S. 767 ff.
2 In Schweden hat erst G. diese Verbindung der beiden Lieder
übernommen (G. 310 u. 311). Zu dem 2. Lied vgl. unten No. 60.
3 Vgl. Liedgren, S. 62. 4 Vgl. Baumker I, No. 1.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>