- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmei.odien in schweden 175

thers, da diese ziemlich notengetreu von den späteren schwedischen
Quellen überliefert wird, sondern auf die lateinische Hymne, die hier
nur den neuen Text erhielt. Das Anfangsmotiv verrät noch deutlich
den Zusammenhang mit der alten Weise. Ebenso der dorische
Kirchenton. Der Duktus zeigt im übrigen einen starken Verfall der
melodischen Linie und durch die mehrfach wiederholten, gleichen
Töne entsteht eine Monotonie, die dem früheren Psalmodieren
verwandt erscheint.

Die späteren schwedischen Quellen weichen kaum von der
Fassung Gutknechts ab. G. notiert wieder 3-Takt und schreibt in der

1. und 4. Zeile das Subsemitonium statt des Ganztons, wie Klug,
Babst, Crüger u. a. Damit wird der transponierte dorische
Kirchenton der früheren Aufzeichnung nach g-moll umgedeutet. Die 1.
Zeile schliesst bei G. abweichend auf der Untersekunde statt der
Tonika. Mönst. und Kalm. setzen in der 2. Zeile mit dem Schlusston
der 1. (g) statt der Terz (b) ein. In der 4. Zeile kadenziert G. in
diatonischer Folge wie Schein. Mönst. schreibt die letzte Zeile wie Klug
1535. Ähnlich Rappe und G., nur fällt bei letzterem die vorletzte
Note (b) weg, während die 3. (c) verdoppelt wird.

22. »Vater unser im Himmelreich»

Ps.B. 1567.

Schwed.: »Fader wår, som i himlon äst»
(Dän.: Fader vor udi Himmerig»)

Quellen: Deutsch: G. B. Valentin Schumann 1539, fol. 61 (Z. 25G1).

Schwed.: Kalm. I, fol. 144; Mönst., fol. 77; Rappe, fol. 13; G. 9.
(Dän.: Thorn., fol. 119; Jesp., fol. 430.)

Luthers Lied, »Das Vater unser kurtz ausgelegt, und in Gesang
weyse gebracht» erschien mit einer ersten Melodie 1539 im
Einzeldruck.1 Schumann brachte in seinem G.B. vom gleichen Jahr eine

2. Weise, die sich bald allgemein durchsetzte. Ob diese weltlicher2
oder geistlicher3 Herkunft ist, wurde bis heute nicht endgültig
entschieden, doch geht sie wahrscheinlich auf eine alte »Berckreyen
weise» zurück, mit welcher sie in Johann Walters G.B. 1544 gleich

1 Diese erste Melodie hatte Luther augenscheinlich nicht genügt, denn er
strich sie selbst nach der Komposition wieder durch. Vgl. Kümmerle III,
S. 748 und Winterfeld: Luther-Lieder. Leipz. 1840. Beilage.

2 Vgl. Böhme, S. 739.

3 Vgl. Faisst, Württ. Ch.-B. 1876, S. 215, 217.

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