Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
175
mit Babst, Wulpius, Crüger, Thorn. u. a. überein. Nach den gleichen
Quellen fällt der Walter’sche Auftakt der 7. Zeile (f-c) weg, die
stattdessen unmittelbar auf der Quinte einsetzt und über die Sexte nach
der Oktave fortschreitet. G. vereinfacht hier die Schlussformel
durch Streichen der 1. Durchgangsnote und der Punktierung. Die
8. Zeile beginnt wie bei Thorn, auf der Terz mit folgender
Wechselnote (a-g-a). In der letzten Zeile schliesst sich Mönst.
augenscheinlich an Hassler, G. an Crüger an. Nur setzt G. mit der Sexte und
nicht wie Crüger mit der Quinte ein.
24. »Ach Herr wie lang willst du jetzt mein»
Schwed.: »Herren wår Gud ware tig blid»
Quellen: Deutsch: B. Waldis 1553, Bl. 17b (Z. 8138).
Schwed.: Mönst., fol. 80; Rappe, fol. 39; Ridd., pag. 86; G. 38.
Dieses in Deutschland sehr seltene Lied1, von Burkhard Waldis
gedichtet und komponiert, wurde in Schweden ein Choral von
nationaler Bedeutung, der bis ins vorige Jahrhundert die vaterländischem
Andachten begleitete.2 Der schwedische Text steht schon im Ps.B.
von 1567 gedruckt. Die Melodie wurde zuerst von Mönst.
aufgezeichnet.3 Sie stimmt mit der deutschen Vorlage und den übrigen
schwedischen Fassungen bis auf unbedeutende Varianten überein,
die sich zumeist aus dem veränderten Versmass der Übersetzung
erklären lassen, da im schwedischen Text daktylische Kurzstrophen
statt der deutschen Jamben verwendet werden. Im übrigen sind
folgende Veränderungen zu bemerken: Ridd. u. G. bringen in der
1. (3.) Zeile als vorletzte Note den Leitton e statt der Obersekunde.
In der 2. (4.) Zeile hat nur Mönst. wie Waldis als drittletzte Note die
Untersekunde. Die übrigen setzen hier den Leitton. In der 6. Zeile
1 Nach Z., V, S. 21 von keinen späteren deutschen Choral-Büchern
übernommen.
2 Vgl. Liedgren, S. 131: »der grösste Königs- und Vaterlandspsalm . . .»
3 Die dänischen Ch.-Bücher jener Zeit haben das Lied nicht. Wenn
Nodermann II, S. 152 unsere Melodie einer dänischen mit dem Text »Hvi
storme oc fryse de Hedninger saa» (Thom., fol. 29 u. Jesp., fol. 411) »snarlik»
findet, so können wir dem nicht zustimmen. Die Ähnlichkeit der 1. Zeile ist
wohl eine rein zufällige. Die Melodien haben im übrigen sicher nichts
miteinander zu tun. Für die Tradition der B. Waldis’schen Lieder ist es geradezu
bezeichnend, dass diese nur in Schweden eine grössere Verbreitung finden,
während sie in Deutschland sehr selten und in Dänemark überhaupt nicht auftreten.
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