Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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178 erich burger
schreiben die einzelnen Quellen für die letzten beiden Noten
verschiedene Werte. Ridd. und G. haben gleichwertige, jedoch doppelt
so lange Noten wie Waldis. Mönst. schreibt kurz-lang, Rappe schliesst
umgekehrt mit der kurzen Note. In der 7. Zeile bringen Ridd. und
G. eine durch Punktierung der viertletzten Note belebtere
Schlussformel. Rappe schreibt in dieser Zeile die etwas harte
Intervallfolge Terz-Quinte, Quinte-Terz durch Wegfall der Durchgangsnote b.
Als Auftaktnote für die 8. Zeile setzen die schwedischen Quellen
durchweg die Quinte statt der Quarte wie Waldis. Während alle
dann den Terzschnitt nach a bringen, geht Mönst. nur auf die Quarte
b herunter. Ridd. notiert nach dem Spitzenton d einen Terzschritt
nach unten (d-b), indem man den viertletzten Ton c übergeht.
Jedoch liegt hier wohl ein Schreibfehler vor, da der Text mit den
übrigen Quellen übereinstimmt, und darum keine Note wegfallen
kann. In der letzten Zeile hat G. an 4. Stelle abweichend eine
Durchgangsnote für den Terzschritt f-a.
25. »Ich ruf zu dir Herr Jesu Christ»
Schwed.: »Jag ropar til dig o Herre Christ»
(Dän.: »Jeg raaber til dig o Herre Christ»)
Quellen: Deutsch: Jos. Klug 1535 (Z. 7400).
Schwed.: Kalm. I, fol. 148; Mönst., fol. 105; Rappe, fol. 16; G. 281.
(Dän.: Thorn., fol. 268 b.)
Das Gebetslied Joh. Agricolas erschien schon vor 1530 in
Einzeldrucken.1 Die Melodie steht erstmals im Klug’schen
Gesangbuch von 15352 und hat ziemlich weite Verbreitung erfahren. In
Schweden finden wir eine Übersetzung des Textes im Ps.B. von
1567 und die erste Aufzeichnung der Melodie bei Kalm. I. Wie
bei Klug fehlt hier die Vorzeichnung eines b3, obwohl es sich
zweifellos um eine äolische und nicht um eine dorische Melodie handelt,
wie die späteren deutschen Quellen seit Osiander und die schwedischen
Handschriften Mönst., Rappe und das Choralbuch von 1697 (G.)
1 Kümmerle I, S. 64.1.
2 Nach Z., IV, S. 405. Erk, Choralbuch 1863, S. 253, vermutet, dass
sie schon in dem verlorenen G.B. von Klug 1529 gedruckt war. Über ihre
weitere Herkunft ist bis jetzt nichts näheres bekannt geworden.
3 Z., IV, S. 405 schreibt zwar b als Accidens vor, doch steht dies nicht
im Klug’schen Original, ein Beweis, dass auch Z. durch Vergleich mit anderen
Quellen die Melodie äolisch auffasste.
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