- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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erich burger

Als Dichter des grossen evangelischen Lobliedes über den 103.
Psalm gilt im allgemeinen Dr. Johann Graumann (Polyander).1
Die Melodie erscheint zuerst in den »Concentus novi ...» von Joh.
Kugelmann 1540 und ist wahrscheinlich schon um 1530 entstanden.2
Vielleicht geht sie auch auf eine weltliche Weise zurück, die eine
geistliche Bearbeitung erfuhr.3 Das Lied hat in Deutschland schon
im 16. Jahrhundert weite Verbreitung gefunden und tritt darum mit
ungewöhnlich vielen Varianten auf.4 In Schweden wird eine
Übersetzung des Textes im Ps.B. von 1567 gedruckt. Mit der Melodie
steht das Lied zuerst bei Kalm. I. Später bei Mönst., Rappe, Ridd.
und G. Von den zahlreichen kleinen Varianten, die sich fast alle
auch in deutschen Aufzeichnungen finden, seien hier nur die
wichtigeren aufgezählt. Zu Anfang der 1. (3.) Zeile steht abweichend von
Kugelmann die Tonika b, die für den Einsatz leichter und
volkstümlicher ist und auch von den deutschen Quellen bald allgemein
eingeführt wurde. Kalm. I und Mönst. stimmen in dieser und der
folgenden Zeile ganz mit Thorn, überein. Auch Ridd. schliesst die 2.
(4.) Zeile wie Thorn, mit der Obsersekunde als Wechselnote. Den
Terzschritt zu Anfang der 5. Zeile überbrücken Rappe und G. mit
der Durchgangsnote c. Die Synkope der Schlusswendung Kugelmanns
hat nur Rappe. In der 6. Zeile bilden Ridd. wie Schütz den Auftakt
mit der Sekunde b-c statt der Quarte g-c. Die 2. Note c punktieren
Kalm. und Rappe, letzteres mit folgender Durchgangsnote. Das
wohl aus dem kontrapunktischen Satz stammende Melisma
Kugelmanns verschwindet in den schwedischen, wie auch in den späteren
deutschen Aufzeichnungen als nicht volksmässig (ausgenommen nur
G.). Die 7. Zeile erfährt in allen schwedischen Fassungen eine
Steigerung durch den um eine halbe Stufe erhöhten Spitzenton Es (nur
Rappe schreibt hier das Vorzeichen, das bei den übrigen zu ergänzen
ist). Diesen nimmt Ridd. abweichend durch Quartsprung (b-es),
die anderen in diatonischer Fortschreitung. Die anschliessende
Schlussformel stimmt bei allen mit Thorn., Hassler u. a. überein,

1 Vgl. Kümmerle II, S. 424—425.

2 Kümmerle, ebenda.

3 Vgl. Winterfeld I, S. 207—210. Auch Wolfrum hält die Melodie
nicht für Kugelmanns Komposition, sondern vermutet ihre Herkunft aus
älteren Quellen. Vgl. das Lied »Wer Gott recht will vertrauen» (S. 206).

1 Vgl. Z. V, S. 72—73.

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