Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
deutsche kirchenmelodien in schweden 23 t
a-f entsteht. Ebenso zu Anfang und Schluss der 4. Zeile. Die
Punktierung der letzten Zeile wird aufgelöst wie bei Babst, Schein u. a.
44. »Mein Sünd ist gross ohn alle Mass»
Schwed.: »Säll är then man, som hafwer kär»
Quellen: Deutsch: B. Waldis 1553, Bl. 7 (Z. 8096).
Schwed.: Kalm. I, fol. 149; Mönst., fol. 72; Ridd., pag. 89; G. 52.
Dieser Choral wurde nach Zahn1 von keinen anderen deutschen
Choralbüchern aufgenommen. In Schweden findet sich die Melodie
zuerst bei Kalm. I mit einem vom deutschen unabhängigen Text,
der bereits im Ps.B. von 1572 vorkommt und vermutlich damals
schon mit der Weise von B. Waldis gesungen wurde. Von den kleinen
Varianten der Überlieferung sind folgende zu nennen: Ridd. und G.
streichen in der 1. (3.) Zeile die 2. Note (d) und schreiben den
doppelten Quartsprung f’-c’-f’, der für den Anfang kraftvoller wirkt.
Ebenso die Steigerung bis zu Obersekunde als vorletzte Note. Diese
notiert auch Kalm. Nur Mönst. hat hier die Untersekunde wie B.
Waldis. Die melodisch schwache 2. (4.) und letzte Zeile wird bei G.
gegen die bessere Schlusszeile von »Wenn ich d’Wahrheit bekennen
soll»2 nach der schwedischen Redaktion von Ridd. und G.
ausgetauscht. Ridd. hat hier nur die Anfangsterz c-a. Die 5. Zeile bringt
sequenzartig drei statt zwei Terzfolgen, indem der vorletzte Ton b
zu g erniedrigt wird. Analog dieser Änderung wird von Ridd. und G.
auch in der folgenden Zeile eine dreifache Terzfolge geschrieben,
indem an gleicher Stelle die Obersekunde dem Leitton weicht. In
Anlehnung an die 1. Zeile erweitert die 7. den Ambitus von der Sexte
zur Septime durch Erhöhung der 4. Note um eine Stufe (mit
Ausnahme von Mönst.). Kalm. schliesst hier diatonisch (b-a-g), die
übrigen mit dem Terzschritt zur Untersekunde (b-g-a). Die
Schlusszeile stimmt bei Kalm., Ridd. und G. mit der 2. (4.) überein, nur
füllen Kalm. und Ridd. die letzte Terz mit der Zwischennote. Mönst.
weicht in der 4. und 5. Note ab, indem es über die Tonika zur
Unterquarte absinkt, wodurch der Ambitus zur Oktave erweitert wird.
(B. Waldis hat nur die Sexte.)
1 Vgl. Z. V, S. 4.
2 Vgl. No. 42.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>