Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
poniert1 ist bis heute überall bekannt und beliebt und steht seit dem
17. Jahrhundert in fast allen Choralbüchern. In Schweden wurde
eine genaue Übersetzung des deutschen Textes schon 1604
gedruckt.-Die Melodie findet sich zuerst bei Kalm. I. Sie ist hier wie bei Mönst.
und Ridd. polymetrisch, bei G. jedoch isometrisch (wie auch in vielen
deutschen Quellen) notiert. G. gibt nur noch eine Andeutung des
3-Taktes in der 3. (6.) Zeile durch die synkopische Notierung der
ersten drei Noten. Im übrigen bleibt die Melodie in ihrer
individuellen Fassung erhalten. G. notiert zu Beginn der 3. (6.) Zeile den
Quarten- statt Sekundauftakt. In der 8. Zeile haf Ridd. als Schlussnote
des ersten Halbsatzes die zur folgenden Quarte b überleitende Terz
a. Die letzten drei Noten des 2. Halbsatzes sind wieder den übrigen
gleich. In der Schlusszeile stimmt Ridd. mit Crüger überein. Auch
G. schreibt diese diatonisch ohne den Quartschritt Nicolais.3
53. »Ich stund an einem Morgen»
Schwed.: »Hemlig jag stod en morgon».
Quellen: Deutsch: Wolder 1598, No. 227 (Z. 4334).
Schwed.: Mönst., fol. 108; G. 381.
Das alte Tagelied mit gleichem Textbeginn gehört zu den meist
bekannten Liedern des 16. und 17. Jahrhunderts, das sich lange
lebendig erhielt. Es ist uns zuerst als Zwickauer Bergreihen vom
Jahre 1534 bekannt geworden.4 Zur selben Zeit erscheint es auch bei
H. Ott (No. 34). Sehr bald finden wir dann zahlreiche Kon traf akta.5
Als geistliches Lied steht es mit der Melodie zuerst im Hamburger
»New Catechismus Gesangbüchlein» von Wolder 1598. Die Weise
1 Winterfeld (I, S. 89, 90, 371, 428) meinte die Melodie auf ein
weltliches Lied »Wie schön leuchten die Äugelein» zurückführen zu können, wurde
aber schlagend durch spätere Forscher widerlegt. (Vgl. u. a. Wackernagel I,
S. 617—619.)
2 Vgl. Liedgren, S. 190. — Das Lied scheint sehr bald im ganzen Land
beliebt geworden zu sein. So wird uns überliefert, dass es besonders bei
Hochzeiten als »Opfersang» gesungen wurde, während die Gaben am Altar
niedergelegt wurden (vgl. Hyltén-Cavallius »Värend och virdarne» II, S. 451, 455).
3 Über die beiden in der Notenbeilage zitierten Mora-Psalme vgl. unten
S. 252, 253 u. 257.
4 Vgl. John Meier: Bergreihen. Ein Liederbuch des 16. Jahrh. Halle
a. d. S. 1892 (S. 85—86, No. 40).
5 Vgl. Hennig, S. 141 ff.
Ps.B. 1610.
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