- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmelodien in schweden

23 t

erscheint hier in etwas veränderter Form, wie sie überhaupt im Lauf
der Überlieferung grosse. Beweglichkeit zeigt. Das geht auch aus den
schwedischen Fassungen von Mönst. und G. hervor.1 Während für
diese eine gemeinsame Grundform vorliegt, bestehen gegenüber der
deutschen Melodie starke Abweichungen.2 So notiert Mönst.
polymetrisch, indem die i. und 2. Zeile im 3- und 2-Takt wechseln. G.
schreibt die ganze Melodie im 3-Takt. Als 5. Note der 1. Zeile fügt
Mönst. die Untersekunde f ein mit folgendem Quartsprung f-b,
wodurch die Wiederholung der Terz (g-b) vermieden wird. G. hat
dasselbe, nur wird hier die Quarte als überleitender Auftakt für den
Tonika-Schluss in der parallelen Durtonart benutzt (wie auch die
Harmonisierung beweist). Die 2. Zeile bringt in der melodischen
Linie eine weitere Aufwärtsbewegung, statt des Absinkens zur
Obersekunde wie bei Wolder. Mönst. beginnt auf der Terz, G. auf der
Quarte und steigen bis zur Septime auf, um dann in der
Schlusswendung auf die Quinte zurückzusinken. Durch den Spitzenton f wird
der Ambitus der deutschen Melodie von der Quinte zur Oktave
erweitert. Gleichzeitig verwandelt sich die dorische Tonart durch die
Erniedrigung der 6. Stufe in g-moll. Die folgende Zeile zeigt eine
deutliche Zersingung, da sie nur aus der Wiederholung des gleichen
Tones d (des Schlusstones der vorigen) und der zweimal als
Wechselnote angeschlagenen Sexte (bei G. einmal die Septime) besteht.
Der 2. Teil der 5. Wolder’sehen Zeile bildet in Schweden einen
selbständigen Abschnitt. Der Beginn wird ausserdem um 3 Noten
(Mönst.: c-es-d, G: d-es-d) erweitert. Die folgende Zeile ist
unabhängig von Wolder aus textlichen Gründen eingefügt. Sie bringt im
Anschluss an die vorige eine weitere Abschwächung, indem sie über
die Quarte- c zur Untersekunde f hinabsinkt. Die vorletzte Zeile
weicht von Wolder durch den Quintschritt f-c ab, hat aber im
übrigen dieselben Noten, nur wird der Schluss mit der Oberdominante
statt der Terz gebildet. Die letzte Zeile zeigt wieder
Übereinstimmung mit Wolder in Duktus und Ambitus. Mönst. hat statt des
Terzsprungs b-g die Quarte b-f und danach die nochmalige
Steigerung zur Oberterz, die auch G. übernimmt. Die Melodie des in der

1 Das Ps.B. v. 1610 hat nur den Text.

2 Vielleicht war hier auch die eigene weltl. Überlieferung d. Liedes von
Einfluss, die zu gleicher Zeit, wenn nicht schon früher, in Schweden beginnt.
Leider ist uns davon nur der Text (in mehrfacher Fassung) erhalten. Vgl.

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