- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmelodien in schweden

23 t

Zeile, die von den übrigen darin abweicht, dass sie die
Abwärtsbewegung schon zu Anfang bringt und als höchsten Ton nur die
Obersekunde statt der Quarte erreicht (f d e g f e d c). Mönst. schliesst
hier mit der parallelen Molltonika. Der zweite Terzschritt (f-d) bei
Strassburg, fällt durch die diatonische Fortschreitung weg. In der
letzten Zeile ist für Mönst. die Babst’sche Fassung mit der
Punktierung des Spitzentons und folgender Plika ausschlaggebend
gewesen. Ridd. schreibt wie Schein den Leitton h (statt b) und führt ihn
mit einem Terzschritt ein. Der Schluss ist hier mit Hassler identisch.
G. vereinfacht und bringt den höchsten Ton c in einer Wechselterz:
a-c-a. Die vorletzte Note wird durch Punktierung verschleift.

57. »Komm heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit»

Schwed.: »Kom Helge Ande, Herre Gud, Upfyll . . .»
Quellen: Deutsch: Erfurter Enchirid. 1524, S. 36 (Z. 7445)
Schwed.: Mönst., fol. 98; Rappe, fol. 34; G. 181.

Der Text der alten Pfingst-Antiphon »Veni sancte spiritus»,
die wahrscheinlich bis ins 11. Jahrhundert zurückgeht, erfuhr im
15. Jahrhundert eine deutsche Übersetzung, der Luther 2 weitere
Strophen hinzufügte.1 Die Melodie, die hierfür in den Gebrauch
kam, ist ebenfalls schon vorreformatorisch und findet sich zuerst
handschriftlich in einem Münchner Codex.2 Die Frage, ob sie aus
dem geistlichen oder weltlichen Volksgesang stammt, ist bis heute
nicht entschieden.3 Wir finden sie in den späteren Choralbüchern
gewöhnlich in 2 Formen: einer einfachen und einer figurierten.
Schweden übernahm nur die erste, wenn auch in den Fassungen von Rappe
und G. einige melismatische Erweiterungen eingefügt sind. Wann
im übrigen unser Lied nach Norden gekommen ist, steht nicht mit
Gewissheit fest. 1614 wird es in einem in Uppsala gedruckten
»Kirchenhandbuch» als bereits fest zur Liturgie gehörig aufgeführt. Die
Melodie findet sich erstmals bei Mönst., später bei Rappe und G.4

1 Vgl. Kümmerle I, S. 806.

2 Cod. germ. 716. 40. Bl. 177 b. (Vgl. Kümmerle ebenda).

3 Vgl. u. a. von Tucher: »Schatz des evangelischen K.-G.» II, S. 410. —
Wolfrum (S. 50) bezeichnet es ausdrücklich als »ein deutsches Lied», das mit
dem lateinischen Antiphon »nur den Gedankengang» gemeinsam habe.

1 In sämtlichen schwedischen Quellen ist ein b vorgezeichnet, wie in
Deutschland auch seit Klug 1535.

Kirchenhand
buch 1614
(Uppsala).

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