Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
Weise gekannt und geistlich verwandt hätte, ist dies sicherlich ein
Irrtum. Denn in solchem Fall wäre die weltliche Schlusszeile
erhalten geblieben, und wir fänden nicht überall die Redaktion des
Eislebener G.B. Auch in Dänemark ist unser Lied vor dieser Zeit
nicht anzutreffen. Erst 1626 erscheint in Schweden eine gedruckte
Übersetzung von »O Welt, ich muss dich lassen» (»O werld jag tig
förlåter»), die uns von der Übernahme des Liedes sichere Kenntnis
gibt. Jedoch tritt die Weise zunächst nur mit dem alten
schwedischen Text: »O Gud, hwem skal jag klaga, then . . .» auf. Beide
Texte bringt erst G. Die hinzugefügte Melodie weist jedoch auf eine
spätere deutsche Quelle (Schein ?). Ausserdem bringt G. noch
eine andere Fassung der Weise zu der Übersetzung des Liedes »Nun
ruhen alle Wälder» (»Nu hwilar hela jorden»). Diesmal im geraden
Takt, während der Choral sonst durchweg im 3-Takt notiert wird.
(Eisleben schreibt polymetrisch, 2- und 3-Takt gemischt.)
Bei der Untersuchung der melodischen Varianten, die die
schwedische Überlieferung aufweist, erkennen wir, wie schon oben
erwähnt, drei verschiedene Grundformen. Die erste ist für Kalm.,
Mönst. und Rappe gemeinsam.1 Die zweite und dritte findet sich bei
G. (No. 249 und 375). Die drei Handschr. haben am meisten
Ähnlichkeit mit Eisleben. So bringen Kalm. und Mönst. den
charakteristischen Einsatz mit dem Terzschritt abwärts, der in Deutschland erst
mit den Bach’schen Passionen beliebt wird und in dem Ameln eine
Verweichlichung der Melodieführung sieht.2 Rappe setzt als Auftakt
die Tonika, wie die meisten Quellen des 17. Jahrhunderts. Die
folgende Terzverschleifung a-b-c findet sich in Deutschland nicht,
dafür fällt in Schweden (ausser bei G. 375) die in den deutschen
Quellen sehr häufige Durchgangsnote für die vorangehene Terz f-a weg.
Die 2. Zeile beginnt in den Handschr. mit der Quarte statt der
Terz und bringt aus textlichen Gründen eine Erweiterung durch die
Wiederholung des Schrittes b-c und die Verdopplung der folgenden
Note g. In der 3. Zeile wird wiederum der bei Eisleben steroptype
Auftakt der Terz vermieden. Alle schwedischen Quellen schreiben
hier die Tonika wie Gesius, nur Rappe beginnt übereinstimmend
1 Kalm. und Mönst. haben eine falsche Schlüsselvorzeichnung, wonach
die Melodie in äolisch stünde, was aber durch Vergleich mit der verwandten
Notierung Rappes unmöglich ist.
2 Ameln (siehe oben).
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