Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmelodien in schweden
23 t
’ Quellen: Deutsch: Christoph Petern, Andachts-Zymbeln, 1655 (Z. 2051).
Schwed.: G. 253.
Dieser Choral war ursprünglich mit einer dorischen Melodie
verbunden1, die sich noch in Scheins Cantional findet. Später
übertrug man sie allgemein nach Dur. Die älteste deutsche Quelle für
diese Fassung sind Chr. Peterns Andachts-Zymbeln. Von hier kam
sie auch nach Schweden, wo sie von G. mit nur geringen
Abweichungen aufgenommen wurde.2 Diese sind folgende: Durchweg
werden kurze Auftakte notiert. Die 3. Zeile beginnt auf der Tonika
und setzt die anschliessende Obersekunde doppelt. Dafür wird der
Schluss um die Wiederholung der letzten beiden Noten gekürzt.
In der 4. Zeile fällt die Erhöhung des c zu eis weg. Abweichend
verläuft die folgende Zeile, indem sie auf der Tonika einsetzt und zur
Oberquarte f fortschreitet und dann diatonisch auf der Obersekunde
schliesst (Chr. Petern hat hier als höchsten Ton die Terz e). Die
letzte Zeile schreibt G. vereinfacht: Nach dem Beginn mit dem
Quartschritt g-c wird nicht zur Oberterz fortgeschritten, sondern auf der
Tonika verharrt, mit dem eingefügten Leitton als Wechselnote und
der punktierten Obersekunde vor dem Schluss.
71. »Ach Gott erhör mein Seufzen und Wehklagen»
Schwed.: »Eja! mit hjerta rätt innerlig sig frögdar»
Quellen: Deutsch: Johann Crüger, Prax. piet., Frankfurt 1662, No. 482
(Z. 1831a).
Schwed.: G. 411.
Der Text dieses Liedes von Jak. Pet. Schechs gedichtet, findet
sich zuerst mit einer anderen Melodie in S. Th. Stadens Seelenmusik II,
1648. Eine zweite Melodie brachte Crüger in seiner Prax. piet. mel.
von 1662.3 Diese zeigt im 2. Teil eine starke Ähnlichkeit mit einer
älteren, schon im Dresdener G.B. von 1589 gedruckten Weise, die
ebenfalls bei Crüger steht »Wir Christenleut, wir Christenleut».4
Eine Verschmelzung der beiden letzt genannten Melodien stellt die
1 Vgl. Z. 2050.
2 Eine Übersetzung des Textes findet sich in der Handschr. Ridd.
3 Sie soll nach einer Anmerkung im Jakob-Richter’schen Choralbuch von
1873 schon um 1630 in Ostpreussen bekannt gewesen sein.
4 Z. 2072. Über das Vorkommen dieser beiden Melodien in deutschen
•Quellen vgl. Nodermann II, S. 184—187.
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