- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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i8o

erich burger

schwedische Fassung in G. 411 dar. Der dazu beigefügte Text trägt
nach dem Typus der damaligen »adelsvisa» das Achrostikon »Elle
Andersdatter», wozu Ahlström1 bemerkt, es sei von einem dänischen
Hirtenmädchen Elle Andersdatter gedichtet. Gewiss ist, dass der
schwedische (zuerst bei Ridd. notierte) Text auf einen älteren
dänischen2 zurückgeht3, woraus mit grosser Wahrscheinlichkeit folgt,
dass auch die Melodie über Dänemark, also von Süden, kam. Dies
sei ein Einwand, gegen die noch heute in Schweden mehrfach
vertretene Auffassung, das Lied sei ursprünglich nordisch4 und zur Zeit
des 30jährigen Krieges nach Deutschland gekommen.5 Richtig ist
nur, dass die Melodie später vollkommen schwedisches
Volkseigentum geworden ist, wie aus dem sehr verbreiteten weltlichen
Volkslied »Kristallen den fina» hervorgeht.6

Die älteste schwedische Fassung weicht nur wenig von den
Crüger’schen Weisen ab. G. schreibt den Stollen beide Male gleich,
sodass die 1. Zeile der 2. identisch ist. Der Auftakt wird dabei jedes
Mal auf der Tonika gebildet. Die 3. Zeile, die, wie in Deutschland,
in 2 Abschnitte zerfällt, zeigt sich, bis auf den 3-Takt der Dresdener
Fassung, sehr ähnlich. Der 2. Abschnitt bringt statt der reinen
Wiederholung des ersten eine schöne melodische Variante, indem er
eine kleine Terz tiefer rückt und die 2. Note punktiert. Den Schluss
bildet die Dur-Terz. Die folgende Zeile beginnt auf der Obersekunde
statt der Tonika. An 5. Stelle wird die Wechselnote f eingefügt,
die als charakteristische Wendung in der späteren volkstümlichen
Tradition ständig wiederkehrt (vgl. Notenbeilage). Die vorletzte
Note wird durch Punktierung mit der letzten verschleift.

1 S. 125. Vgl. auch Liedgren, S. 273.

2 Nach Liedgren (ebenda) 1645 gedichtet. In Dänemark zuerst gedruckt
in Kingos Gradual 1699.

3 Der Anfang »Eja mit hjerta» stellt augenscheinlich eine Reminiszenz
an das alte lateinische Kirchenlied »Eia mea anima» (Z. 7872) dar.

4 Joh. Chr. Haeffner (siehe oben S. 138, Anm.) brachte diese Ansicht
auf, da das Lied in Schweden seit dem 18. Jahrh. eine grosse Popularität im
ganzen Lande genoss und als »Nävervisa» noch bis heute bekannt ist.
(»Näver-visa» = Rindenlied heist es wohl deshalb, weil es ehemals auf der besonders
in Dalarne sehr beliebten Rindenlure, einem uralten Hirteninstrument, geblasen
wurde. Vgl. dazu die Bemerkungen Nodermanns II, S. 184 ff.)

5 Vgl. u. a. Palm: »Om folktonen . . .», S. 9.

6 Vgl. die Notenbeilage u. Anm. unten.

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