Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmelodien in schweden
23 t
Anm. In der Notenbeilage sind nach der Melodie von G. 411 drei
Mora-Psalme zitiert. Der erste davon aus Byström: »Ur Medeltidens
Kyrkosång» II, S. 59, dessen Aufzeichnung aus dem Jahr 1890 datiert. Die beiden
anderen Mora-Psalme sind der Sammlung von Nils Andersson entnommen
(vgl. auch unten S. 252/253). Der Småland-Psalm ist in den »Erinnerungen des
Dorf-Schumachers Jonas Stolts» aufgezeichnet (»Byskomakeren Jonas Stolts
Minnen» in »Nordiska museet». Bidrag till vår Odlings Häfder, Bd. V, S. 90).
In dieser Form hat die Melodie schon mehrere auffällige Gemeinsamkeiten
mit dem weltlichen Volkslied, so vor allem den 3-Takt. Die Übereinstimmung
der 1. und 2. Zeile ist nicht beibehalten, sondern, wie Crüger, bringt die erste
eine Steigerung, hier noch erweitert zur Septime. Als weitere Abwechslung
wird der erste Schluss auf der Terz gebildet. Eine selbständige Form zeigt im
übrigen nur die 3. Zeile. Sonst behält die Weise im Gegensatz zu den
Mora-Psalmen ihre traditionelle kirchliche Form. — Es sei an dieser Stelle auch noch
kurz auf die weltliche Fassung der Melodie in »Kristallen den fina» eingegangen.
Norlind (Mus. lex. I, S. 415) ist der Ansicht, dass das Volkslied nur eine
»ziemlich zufällige Ähnlichkeit» zeigt. Von anderen Forschern wird gerade dies Lied
als »echt schwedisch» bezeichnet. Inwieweit das zutrifft, sei durch einen kurzen
Vergleich der kirchlichen (also deutschen) und der weltlichen Melodie dargetan.
Der Vordersatz der 1. Zeile bringt das Hauptmotiv
das fast genau von der Dreitakt-Notierung abgesehen, mit der deutschen
Fassung übereinstimmt. (Die Wechselnote f im 2. Takt wurde schon von G. 411
in der letzten Zeile ebenso notiert.) Die folgenden beiden Takte stellen eine
Überleitung zu der Wiederholung des Hauptmotivs dar in derselben
altertümlichen Verschleif ungsform, die wir als Charakteristikum der Mora-Psalme
kennen. Die. 2. Zeile wiederholt die 1., abgesehen von einer Verkürzung des
Schlusses in der Fassung von 1845. Hier wird merkwürdigerweise in der 3.
Zeile statt auf G. auf Crüger zurückgegriffen, ein Zeichen, dass die Melodie
auch in dieser Form in Schweden bekannt war. Als Neuerung ist ausser der
rhythmischen Neugliederung nur der Auftakt auf c (als Quinte der parallelen
Dur-Tonart) im 1. Abschnitt der Zeile eingeführt, während der 2. Abschnitt
durch eine verzierte Wendung und durch Streichen des Auftakts nur als
Anhängsel des ersten wirkt. Die Aufzeichnung von 1900 fasst infolgedessen beide
Abschnitte als einen einzigen auf und setzt diesen dann doppelt. Die letzte
Zeile erhält im Volkslied eine Erweiterung, indem der 1. Abschnitt (das
Hauptmotiv der 1. Zeile) aus textlichen Gründen wiederholt wird. Damit
erscheint der 2. Abschnitt ebenfalls als selbständige Zeile, was durch den
Auftakt der Oktave (bezw. Septime) und den durch Verdopplung erweiterten
Schluss zum Ausdruck kommt.
Zusammenfassend wäre also zu sagen, dass zwischen dem deutschen Choral
und dem schwedischen Volkslied sicherlich kein zufälliger, sondern wirklicher
Zusammenhang besteht, wie aus dem Vergleich hervorgeht. Das »typisch nor-
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