- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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i8o

erich burger

dische» in der Melodie, auf das sich die meisten Forscher berufen, besteht,
(ausser der Beibehaltung der Molltonart für einen an sich fröhlichen Text) in der
Hauptsache in einer Zerdehnung der Weise durch eine fünfmalige Wiederholung
des im übrigen ziemlich wenig ausgeprägten Hauptmotivs. Dadurch erhält
das Lied eine gewisse Eintönigkeit, die dem Schweden als vollkommener
Ausdruck nordischer Melancholie erscheinen mag.

72. »Nun lasst uns Gott dem Herren»

Schwed.: »Nu lät oss Gud war Herra»

Quellen: Deutsch: Nik. Seinecker, Christliche Psalmen . . ., Leipzig 1587
(Z. 159).

Schwed.: Ridd., pag. 78; G. 342.

Das Danklied von Ludwig Helmbold erhielt zwei Melodien, ehe
es mit der obigen von Selnecker1 verbunden wurde. Durch die
Verbesserung Joh. Crügers 1649 verbreitete sie sich bald in ganz
Deutschland. 1694 finden wir sie auch in Schweden, aufgezeichnet von Ridd.
in genauer Übereinstimmung mit Crüger. G. hat einige
Abweichungen: In der 1. Zeile wird an 3. Stelle die Tonika wiederholt,
statt der Durchgangsnote zur Unterterz. Die 2. Zeile beginnt a-g-f-e
statt f-f-g-e und bringt die Unterquarte c erst als Schlussnote
anschliessend an den Terzschritt f-d. Der hier, wie auch in den beiden
folgenden Zeilen, stereotyp wiederkehrende Auftakt auf der
Oberterz lässt bereits die Anzeichen der Schematisierung gegenüber der
lebendigeren Fassung Crügers erkennen. Die 3. Zeile nimmt die
Steigerung zur Quarte schon vorweg, nur wird sie nicht diatonisch
wie in der letzten Zeile, sondern durch den Quartsprung f-b erreicht.
Der bei G. notierte 3-Takt findet sich ebenso in Deutschland.

73. »Herzlich lieb kab’ ich dich Herr»
Schwed.: »Af hiertat hafver jagh tigh kär»

Quellen: Deutsch: Bernhard Schmid, Strassburg 1577, II, No. 11 (Z. 8326).
Schwed.: G. 290.

Dies Lied wurde nach Koch2 um das Jahr 1567 von Martin
Schallings gedichtet und 1570 in Nürnberg gedruckt.3 Die älteste bis
jetzt bekannte Quelle für die Melodie ist des Organisten Matthias

1 Die Autorschaft Selneckers wird neuerdings bestritten. Vgl. Kümmerle
II, S. 418.

2 Koch, Gesch. d. Kirchenliedes II, S. 287.

3 Vgl. Wackernagel, Bibl. 1855, S. 367.

G 1695 (1697).

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