Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
Punktierungen; so z. B. die i. Zeile:
Bemerkenswert die Auflösung der 4. Note zu h, wodurch gleich zu
Anfang eine etwas unvermittelte Modulation nach a-moll geschieht.
Die folgende Zeile wendet sich nach dem höchsten Ton f gleich zur
Tonika und bringt darauf den konventionellen Schluss d-d-cis-d.
Die 5. Zeile schwächt den Anfang ab, indem sie auf der
Untersekunde einsetzt (c d c) und dann erst zum höchsten Ton f ansteigt.
In der 6. Zeile wird die Tonika durch Verdopplung stärker betont.
Dafür steht die Unterterz nur einmal. Die vorletzte Zeile bringt
wiederum eine Abschwächung gegenüber G. 393 und Crüger: Der
Einsatz erfolgt auf einer Stufe tiefer und an die Stelle der
ausdrucksvollen Steigerung zur Oberquarte tritt ein Absinken zur
Durterz der Dominante, eingeleitet durch den Terzschritt f-d. Die
abweichende Schlusszeile wiederholt im wesentlichen die 2. (4.),
diesmal nur mit dem Quintenauftakt a a-d. Als wichtigstes Merkmal
dieser zweiten schwedischen Weise erscheint die eindeutige
Notierung in d-moll, was auch in der Harmonisierung zum Ausdruck
kommt. G. 393 behält dagegen die phrygische Tonart bei.
77. »Gross ist, 0 grosser Gott, die Not»
Schwed.: »O gode Herde, som gaf ut tit lif»
Quellen: Deutsch: G. B. Hannover 1646, Melodie No. 8 b (Z. 5138).
Schwed.: G. 323.
Der Text dieses Chorals von J. Heermann gedichtet, hat im Lauf
der Zeit mehrere Melodien erhalten. Die unsrige erscheint zuerst
im Hannover’schen G. B. von 1646 und wird später von vielen
deutschen Choralbüchern aufgenommen1, meist mit einigen Varianten.
So zeigt auch die schwedische Fassung in G. mehrere Abweichungen,
die auf eine starke Zersingung schliessen lassen.2 Nur die ersten
beiden Zeilen bleiben im wesentlichen gleich und mit diesen wird auch
der weitere Teil der schwedischen Melodie bestritten, die dadurch
einen etwas monotonen Charakter erhält. Allerdings mag auch die
1 Verschiedentlich auch mit neuen Texten. Vgl. Z. III, S. 306.
2 Die Melodie findet sich wie der vom Deutschen unabhängige Text in
keiner anderen schwedischen Quelle jener Zeit.
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