- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmelodien in schweden

23 t

melodisch wenig ausgeprägte deutsche Weise zu solcher
Neugestaltung verleitet haben.

In der 1. (3). Zeile notiert G. an 3. Stelle ein $ wie das
Lüneburger G.B. 1665 und viele spätere. Dasselbe gilt auch für die
Erhöhung der vorletzten Note in der nächsten Zeile. Hier werden zu
Beginn die ersten beiden Noten um eine Stufe erhöht (d-e-c statt c-d-c),
was gegenüber der deutschen Fassung als Verbesserung anzusehen,
ist. Die 5. Zeile ist unabhängig gestaltet, aber ohne jeden
melodischen Wert. Sie besteht nur aus einer viermaligen Wiederholung
der Oberterz und dem, vor dem Schluss eingefügten Schritt von der
Ober- zur Untersekunde. Daran schliesst notengetreu die 2. (4.) als
6. (abgesehen von dem Fehlen der letzten Note) und die 1. als 7.
Zeile. Auch der Schluss: h c a a gis a bringt keine auffällige
Neubildung mehr, sondern lehnt sich in den letzten 3 Noten wieder an die
2. (4.) Zeile an.

78. »Mein Seel, 0 Gott, muss loben dich>

Schwed.: »Jesu Christi oskyldiga dödh»
Quellen: Deutsch: Gesius 1603, Bl. 62 (Z. 467).

Schwed.: G. 16.1

Dieser ursprünglich achtzeilige Text gehört zu einem »der
ver-breitetsten Magnifikatlieder».2 Vierzeilig und mit einer eigenen
Melodie findet er sich erstmals bei Gesius 1603, der deswegen von
einzelnen Forschern als Komponist des Chorals angesehen wird.3
Andere vermuten einen volkstümlichen Ursprung der Weise.4 — In
Schweden wird sie mit einem anderen (eigenen) Text verbunden und
von G. in dieser Form aufgenommen. Sie weicht nur wenig von der
deutschen Überlieferung ab und hat augenscheinlich M. Praetorius
(VI. 1609) als Quelle benutzt, wie aus einigen gemeinsamen
Varianten hervorgeht. ■— Die 1. Zeile hat die 5. Note punktiert mit
folgender Plika. Der Schluss erfolgt hier auf der Ober- statt der
Untersekunde (Dominant-Quinte). Die Erhöhung der 2. Note in der 2.

1 Nodermann (II, S. 79 zu No. 154) gibt ausser G. noch die Handschr.
V.B. 30 als Quelle an. Verf. dieses hat jedoch das Lied darin nicht finden
können.

* Kümmerle II, S. 235.

3 Vgl. Winterfeld, Ev. K.-G. I, S. 430.

4 Vgl. Kümmerle, ebenda.

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