- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 1. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der schwedischen Choralsammlungen

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deutsche kirchenmelodien in schweden

23 t

2 aus dem geistlichen Volkslied.

Ausser diesen 118 Liedern sind
31 Melodien teils genau, teils mit geringen Variantenaus Crügers
»Praxis pietatis melica» entnommen.1

Auffallend ist die schon erwähnte grosse Verbreitung der
Melodien von B. Waldis, der mit 17 Liedern alle anderen deutschen
Komponisten übertrifft. Diese blieben wahrscheinlich auf die rein
kirchliche Tradition beschränkt. Jedenfalls sind sie im späteren
Volksgesang (z. B. in den Mora-Psalmen) nirgends nachzuweisen.

Eine besondere Stellung unter den geistlichen Liedersammlungen
Schwedens nimmt die Handschr. Rappe von 1675 ein. Während
die vorhergehenden Choralbücher noch durchweg den lapidaren Stil
der Frühzeit zeigen, finden wir hier einen volkstümlich bewegten
Rhythmus und eine neue instrumentale Form, wie sie auch den
gleichzeitigen Tänzen und Tanzliedern eigen ist. Eine solche Übertragung
der instrumentalen Manier auf den Gesang kennen wir in
Deutschland schon aus dem 16. Jahrhundert, wo die gleiche Diminutionspraxis
für vokale, wie instrumentale Kompositionen galt.2 Diese
Stilvermischung muss also im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts auch
Schweden erreicht haben.3 Jedoch war sie für den geistlichen Gesang
nur kurz von Bedeutung. Schon die Handschr. Ridd. (1694) und
anschliessend das Choralbuch von 1697 (G.) folgten einer neuen
Richtung, die auf die Anstellung der Hamburger Organisten in
Stockholm zurückzuführen ist.4 Diese erstrebten eine Vereinfachung der
Choralweisen, wie sie sich aus der inzwischen eingeführten
Orgelbegleitung notwendig ergeben hatte. Alles melodische Beiwerk,
insbesondere ausgedehnte Melismen fielen fort. Durchgangsnoten
und Verschleifungen wurden auf ein Minimum beschränkt. Die
punktierten Rhythmen, wie sie sich bei Rappe besonders zahlreich
finden, wichen der Schreibweise in gleichen Noten. G. tat schliesslich
den letzten Schritt und fügte den Generalbass hinzu.

! Hierbei wurden diejenigen Lieder nicht mit einbezogen die Crüger
unverändert aus älteren Quellen abdruckte, und die natürlich ebensogut durch
ihn nach Schweden gekommen sein können.

2 Vgl. Kinkeldey, S. 80 ff.

3 Norlind setzt die Umbildung des schwedischen Volksliedes im obigen
Sinne um dieselbe Zeit an (vgl. Mus. Lex. »Folkvisa»),

4 Vgl. oben S. 133, Anm. 2.

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