- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 1. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der schwedischen Choralsammlungen

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i8o

erich burger

Für die Redaktion der Melodien benutzte G., wie die Vergleiche
ergaben, die beiden Stockholmer Handschriften, Rappe und Ridd.
Mehrfach wurden diese auch kombiniert.1 In ganzen lehnt sich G.
jedoch stärker an Ridd. an.2 Eine Reihe von Melodien wurden
ausserdem unmittelbar aus deutschen Liedersammlungen entnommen.
Um einen Überblick über den Gesamtbestand dieses ersten
kanonischen Choralbuches zu geben, sei kurz zusammengestellt:
Von den 254 gedruckten Melodien stammen:

aus deutschen (lutherischen) Choralbüchern ........109

» dem lateinischen Kirchengesang............16

» dänischen Choralbüchern...............12

» dem reform. Choralbuch (Lobwasser) ..................5

» dem Gesangbuch der böhmischen Brüder ..............3

zus. 145

Die übrigen 109 Melodien konnten in ihrer Herkunft noch nicht
bestimmt werden. Der grössere Teil davon geht wohl auf schwedische
Komponitionen zurück.3 Doch befindet sich sicherlich auch manche
deutsche Weise darunter, deren Nachweis mangels Kenntnis der
vorgelegenen deutschen Quellen noch nicht möglich war.

Fassen wir zum Schluss die Entwicklung des schwedischen
Kirchenliedes, wie sie sich uns in den genannten Quellen darstellt,
in aller Kürze zusammen, so sehen wir von 1530 bis Mitte des 17.
Jahrhunderts nur geringe Ansätze zur Selbständigkeit. Die nächste
Periode, in der der prot. Choral volkstümlich zu werden beginnt,
beschliesst die Handschr. Rappe. In der dritten Periode erfolgt die
Reaktion die eine Vereinfachung der Melodie in Sinne einer mehr
harmonisch bedingten Linie und eines unter dem Einfluss der
Aufklärung sich immer deutlicher ausprägenden evangelischen
Kirchenstils anstrebt, verursacht durch den wachsenden Einfluss einge-

1 Vgl. z. B. No. 18, 29, 38 u. a.

2 Vgl. No. 8, II, 14, 15, 17, 24, 28, 32, 34, 36, 40, 41, 42, 44, 45, 58, 60,
64, 66. Rappe lag vor für No. 1, 2, 3, 4, 10, 26, 49, 57.

3 Schwed. Volksweisen liegen vielleicht G. 214, G. 257 u. G. 412 zugrunde.
G. 412 hat die gleiche Weise wie »Greven i Rom» (»Der Graf von Rom»), doch
ist hier ebenso d. Annahme möglich, dass ursprünglich nicht nur der Text,
sondern auch d. Mel. aus Deutschi, übernommen wurde, an deren Stelle später
dann die geistl. Weise trat.

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