Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 3. Zusammenhänge und Unterschiede in der Entwicklung des schwedischen und deutschen Kirchenliedes im 16. u. 17. Jahrhundert
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erich burger
Die Durchführung eines regelmässigen Rhythmus bringt
gleichzeitig eine Beseitigung der synkopischen Verschiebungen mit sich,
die sich in Deutschland meist aus dem kontrapunktischen Satz
erklären und in einem einstimmigen Gesang naturgemäss sinnlos
werden. Greifen wir als eines der vielen Beispiele die 2. Zeile von No. 48
heraus:
Deutsch:
Schwedisch:1
Mehrfachen Takt Wechsel innerhalb einer Melodie, wie er so oft
im älteren deutschen Volkslied auftritt (z. B. in »Prinz Eugen der
edle Ritter»), finden wir in den schwedischen Choralweisen nur höchst
selten. Von den oben behandelten Liedern können wir hierfür nur
zwei als Beispiel anführen. Bei dem einen (No. 3) wird der Stollen
im 2-Takt notiert, während der folgende Abgesang kontrastierend
im 3-Takt steht. Das zweite Lied (No. 53) wird umgekehrt im
3-Takt begonnen, dann aber im geraden Takt fortgesetzt. Jedoch hat
nur Mönst. diese Schreibweise. G. notiert die Melodie durchgängig
im 3-Takt.
Die Seltenheit von Taktwechseln beweist uns wieder den
Ein-fluss des auf rhythmische Symmetrie gestellten Tanzliedes. Dieser
verstärkt sich noch weiter im Laufe des 17. Jahrhunderts, wie
besonders aus der Aufzeichnungsweise der Handschr. Rappe hervorgeht.
Durch zahlreiche Punktierungen, Diminutionen und Verschleifungen
wird eine leichte und lebendige Gesanglichkeit erreicht. Oft recht
weltlich anmutende rhythmische Akzente geben den geistlichen
Liedern eine stark volkstümliche Prägung.
Dafür einige Beispiele:
Deutsch: (Walter 1524)
No. 9.
1 In dieser Melodie sehen wir gleichzeitig ein Beispiel für die in Schweden
häufige Verwendung des volkstümlichen Quartenauftaktes, wie er sich auch in
zahlreichen deutschen I.iedern findet. Vgl. dazu noch No. 3, 13, 15, 24, 26, 33,
41, 50, 52, 53.
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