Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Granskningar och anmälningar - Friedrich Heiler, Die katholische Kirche des Ostens und Westens I: Urkirche und Ostkirche (Professor H. v. Campenhausen) - Johannes Haller, Das Papsttum. Idee und Wirklichkeit. I—II:2 (Docent Gösta Kellerman)
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281 GRANSKNINGAR OCH ANMÄLNINGAR
Frömmigkeit gelegentlich (im Anschluss an Harnack) als
»monophysi-tisch» bezeichnet. Aber der Ausdruck ist nicht mehr dem ursprünglichen
Wortsinn entsprechend christologisch oder überhaupt im eigentlichen
Sinne theologisch orientiert; er zielt nicht auf eine besondere Art des
Glaubens an den X6’(0q asaapxw[iévog, der in der Tat die Mitte des
östlichen Christentums ausmacht1, sondern wird zu einem blossen
Symbol für dessen mystisch-kontemplativen »Grundcharakter», der die
»dynamische Eigenart der abendländischen Kirche» als ihr »Korrektiv» nötig
mache (S. 565).
H. möchte nicht an den »terminologischen» Streitigkeiten der
Dogmatik hängen bleiben; er schiebt sich auch in der geschichtlichen
Darstellung fast überall als nebensächlich beiseite und strebt nach einer
unmittelbareren Erkenntnis, Verständigung, Fühlung- und Teilnahme
gegenüber dem Christentum der »östlichen Schwestern». Es ist ihm damit
gelungen, ein Buch zu schreiben, das wirklich Leben ausströmt und Leben
erfasst und uns ein farbiges, reiches und reizvolles Bild von jener dem
Abendländer zunächst so fremden Welt entrollt. Das ist ein erster,
unentbehrlicher Schritt zur näheren Bekanntschaft. Aber gerade unter
»ökumenischem» Gesichtspunkt wird man daran erinnern dürfen, dass
schliesslich kein allgemeiner »katholischer» oder »evangelischer» Wille,
kein »Typus» irgendeiner Frömmigkeit als solcher, sondern nur die
bestimmte christliche Botschaft für alle grossen Kirchen die
entscheidende Wahrheit umschliesst. Die concordia discors an diesem Punkte
darf uns lehren, in welche Richtung die Bekanntschaft, soll sie zur
Gemeinschaft werden, weiter fortschreiten kann — und muss.
H. v. Campenhausen.
Greifswald.
Johannes Haller, Das Papsttum. Idee und Wirklichkeit.
J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart. I. Die Grundlagen,
xiv + 511 s. 19362. II: i. Der Aufbau, x + 485 s. 1939. 11:2.
Die Vollendung, x + 601 s. 1939.
Temperament, kritisk skärpa och suverän överblick av stoffet
känneteckna Hallers historieskrivning. Sådana förutsättningar äro också
doxen Christentum neben einer rudimentären Rechtfertigungslehre eine
lebendige Verkündigung des Evangeliums an die ’Zöllner und Sünder’, eine
wahre Nachfolge Jesu Christi in der heiligen Liebe zum Sünder.» Aber man
stutzt doch, wenn im selben Atemzuge von dem »radikalen
Bergpredigtchristentum eines Tolstoi» die Rede ist, und vermisst auch hier eine
tiefergehende, sachliche Klärung dessen, was das Evangelium und die
Rechtfertigungslehre eigentlich bedeuten.
1 Vgl. R. Abramowski in der Besprechung des Heilerschen Buches,
Theol. Rundsch. N. F. 10 (1938), S. 104 f.
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