Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Theodor van Haag S. J., Die apostolische Sukzession in Schweden - 7. Konfessionelle Polemik um das schwedische Priestertum
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THEODOR VAN HAAG S. J.
schwedische Priestertum einige Jahre früher war schon oben bei der
Besprechung der Gegenschrift des Erzbischofs Laurentius Petri
Nericius die Rede.7 Der polnische Jesuit Stanislaus Warszewicki,
der im Jahre 1574 kurze Zeit in Schweden weilte, hatte ebenfalls
schon damals den König darauf aufmerksam gemacht, dass in seinem
Reiche weder das wahre Opfer dargebracht noch das wahre
Sakrament konsekriert und deshalb mit einfachem Brot Götzendienst
getrieben werde.8 Als Warszewicki 1579 wieder in Schweden war,
liess er durch den schwedischen Gesandten in Polen Anders Lorichs
beim König und beim Reichsrat ähnliche Vorstellungen erheben.
Es sei unerlaubt, an einem derartigen Gottesdienst teilzunehmen.9
Die Autorität der schwedischen Bischöfe verwirft der Irländer
William Good, der Possevino auf der ersten Gesandtschaftsreise
begleitete und bis 1580 im Lande blieb. Er spricht von den Anführern
der lutherischen Diener am Wort, die von diesen für Bischöfe
gehalten werden, es also seiner Ansicht nach nicht sind.19 Den gleichen
Gedanken drückt mit beleidigender Schärfe der hitzige Simon
Ni-kowski (Nicovius) aus. In den von ihm verfassten Literae annuae
zum Jahre 1583 nennt er einen Bischof: »simius quidam ex istis,
quos Episcopos sacrilege vocitant».11 So abstossend dieser auch sonst
in der Zeitpolemik vorkommende Ausdruck ist, er stellt klar, dass
bei der Verwerfung des Bischofsamtes nicht nur an die Trennung
von der Einheit der Kirche gedacht ist, sondern dass die Existenz
der durch sakramentale Weihe übertragenen bischöflichen
Vollmachten bei den Inhabern der schwedischen Bistümer geleugnet
wird. Im gleichen Sinne spricht z. B. Magnus Laurentius von »il
’ Siehe oben S. 92 ff.
8 Theiner I, 394, nach einem Bericht Warszewickis an Mercurian.
9 »visum est tum necessarium, vt per D. Lorichium ipsi Serenissimo Regi
ac senatoribus declararemus, nullo modo nos amplius dissimulare posse, quin
id sit grauissimum peccatum talibus sacris interesse, in quibus nullum est
sacrificium quo Deus placetur, nullum sacramentum, nullus Dei cultus, quin
potius contemptus et ludibrium ac et idololatria, cum loco sacratissimae
Eu-charistiae pani simplici honor exhibeatur.» Warszewicki an Possevino, Västerås
2. November 1579. Arch. Vat. Nunz. Germ. 92, fol 22iv.
10 »qui (ministri luterani) et ipsi a suis coryphaeis, quos ut episcopos
susci-piunt, excitantur.» W. Good an Mercurian, Stockholm 14. Mai 1578. Arch.
S. J. Opp NN 328, fol 63.
11 Literae annuae, Stockholm 27. Dezember 1583. Arch. S. J. Opp NN
339, fol 98v.
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