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Die Ernte des Schlachtfeldes. 9297
sein Feuer gerichtet hatte. Man hatte gestern einen Offizier dort hinauf-
steigen schen, und mehrere Reitpferde hatten unten gestanden. Eine
Granate war zwischen ihnen eingeshlagen, und bald darauf wurde der
Schornstein ein Stück oberhalb seiner Basis getroffen und stürzte zu-
fammen. Als wix jeßt den Trümmerhaufen erreichten, waren die Toten
bereits begraben. Nur cin Soldat lag noh da, und ein paar zivile
Hyänen durchsuchten seine Taschen nach Geld.
Im Nordosten rü>ten zerstreute preußishe Schützenlinien unter dem
Schuß 1ihres eigenen Artilleriefeuers im Sturmschritt vor. Jn einem-
fort s{hlugen Granaten in die zurücweichenden Russen und in ihre neuen
Feldbefestigungen am Waldrand im Osten ein. Eine 21-cm-Mörser-
Batterie stand unmittelbar westli<h von Koniaczów. Jch sah, wie unter
ihrem Feuer die letzten Russen ihre zusammengeschossenen Verteidigungs-
stellungen aufgaben und zwischen den Bäumen vershwanden — immerfort
von den unermüdlichen Deutschen verfolgt.
Am Anfang der nah Koniaczów führenden Landstraße stiegen wir
aus, um einen Rundgang über das Schlachtfeld der beiden letzten Tage
zu machen.
Im Straßengraben lag halb aufgerichtet ein blonder, vollbärtiger
Soldat, den Kopf auf dem Grabenrand; ex schien zu shlafen. Aber
das Gerassel des Trainfuhrwerks vermochte ihn niht mehr zu we>en:
er war tot.
Daun kamen wix an cinen Schüßengraben, den wir vom Rathaus
aus unter mörderischem Feuer gesehen hatten. Jn einer feuchten Boden-
senkung lag ein russisher Soldat, der sih in der Todesqual von einer
Seite auf die andre geworfen und Abdrücke seines Rückens und seiner
Ellbogen in dem weichen Lehm hinterlassen hatte. An einem Zaun
hatte eine ganze Schüßenlinie ihr Schicksal erreicht. Einige Leute hatten
noch immer dieselbe liegende Stellung wie während des Kampfes, aber
das Gesicht war shwer auf den Arm gesenkt, die Nase platt gedrückt,
Lippen und Mund verzogen. Andre waren in dem Augenbli> gefallen,
als sie zum Angriff aufspringen wollten; sie lagen auf dem Rüen,
den erloschenen Blik zum Himmel gerichtet, der kein Erbarmen mit
ihnen gehabt hatte und dessen Sonne jeßt Frühjahrswärme auf sie her-
abströmte.
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