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423

(1916) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Russia, War
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 33. Kaiser Franz Joseph

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Se >» Lats DS
Kaiser Franz Joseph. 423

crzählte mir Oberst von Spänyik, der Kaiser habe noh bis vor kurzem
seine tägliche Neittoux unternommen, und in den letzten Jahren sei keine
nennenswerte Einschränkung seiner Arbeit eingetreten. Sein ganzes
Leben ist Arbeit gewesen, und ex widmet sih no< wie in jungen Jahren
allen wichtigen Angelegenheiten. Fast tägli<h empfängt er Minister,
Offiziere und Gesandte und verfolgt den Verlauf des Kriegs mit größter
Anspannung. Sein Tag ist nah dem Glockenschlag eingeteilt, wie bei
Hindenburg. 8 Uhr abends geht cr zur Ruhe, früh um 4 steht er
auf. Eine halbe Stunde später wird ein leichtes Frühstück hereingebracht ;
um 5 s\ißt der Kaiser am Schreibtish. Um 8 Uhr vormittags wird
das zweite Frühstü> eingenommen; darauf folgt eine Promenade im
Park oder eine Ausfahrt. Da kann es geschehen, daß der Kaiser
sih auf eine Bank niederläßt und f\kische Luft genießt, auh wenn sein
Gefolge es ziemlih kalt und windig findet. Die Ausfahrt erfolgt stets
mit Pferden, denn der Kaiser verabscheut die Automobile und liebt die
Pferde; er war in den Tagen seiner Kraft einer der besten Neiter.
Ich habe ihn einmal reiten schen. Das war vor fünfundzwanzig Jahren,
als die s<hwedishe Gesandtschaft an den Schah von Persien dux< Wien
fam und der Kaiserparade beiwohnen durfte. Da ritt der Kaiser an
der Spitze seines Stabes im Galopp über die „Schmelz“/ und saß schlank
und aufxcht im Sattel wie ein Jüngling. Noch heute ist er ein leiden-
¡chastliher Jäger und trot seiner Jahre ein sicherer Schütze.

Um 12 Uhr wird zu Mittag gegessen; dann folgen wieder mehrere
Arbeitsstunden. Der Tish des Kaisers ist von äußerster Einfachheit.
Feste werden in Schönbrunn niht mehr gefeiert. Wo zur Zeit der
Maria Theresia das Hofleben in all seiner Pracht brauste, ist es jetzt
lautlos still. Jn der Einsamkeit fühlt sich der Kaiser am wohlsten; er
nimmt auch alle scine Mahlzeiten allein ein. Sogar das Mittagbrot
wird ihm ganz einfa<h auf einem Tablett ins Arbeitszimmer hercin-
getragen und auf den Schreibtisch gestellt. Zuweilen geschieht cs, daß
cin Mitglied des Kaiserhauscs, z. B. Erzherzog Karl, den der Kaiser
jehr liebt, zugegen is. —

Mitten in meiner Unterhaltung mit dem Adjutanten klingelte es.
Jch durhschritt den großen Salon und öffnete selbst die Tür des Arbeits-
zimmers, eines großen Ecfzimmers links von den Türen des Schloßhofs

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