- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
197

(1874-1922)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Sidor ...

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

Anm. af Herondas, ed. Crusius. 197 Der Fund des Herondas-Papyrus, wenn auch an Bedeutung mit dem Auftauchen der πολιτεία ᾿Αϑηναίων nicht entfernt vergleichbar, bietet dennoch in litteraturgeschichtlicher Beziehung ein ungewöhnliches Interesse dar. Bei der Beurtheilung des litterären Realismus der hellenistischen Epoche waren wir bisher auf vereinzelte Erscheinungen angewiesen, die noch dazu meistens ohne die Absicht, ja beinahe wider den Willen der Verfasser hervortraten. Wenn man von den Adoniazusen des Theokrit absieht, sind seine Gedichte, obwohl an einzelnen realistischen Zügen reich, dennoch im Ganzen von der strengen Naturwahrheit weit entfernt — wie weit, lässt sich jetzt noch besser als früher bemessen. Von den andern alexandrinischen Dichtern, von denen uns ganze Werke überliefert sind, sollte in diesem Zusammenhang eigentlich nicht die Rede sein können; und doch tritt der Zug zum Realismus, der der ganzen Zeit eigen ist, an Stellen hervor, wo man ihn am wenigsten erwarten sollte; ich erinnere nur an den Anfang des dritten Buchs des Apollonios und an Callim. hymn. III Anf. Jetzt aber ist uns eine Dichterpersönlichkeit aus dieser Zeit erschlossen, die nichts als Realist ist und nichts anders sein will. Wenn man auch den direkten ästhetischen Gewinn dessen, was uns hier geboten wird, nicht sehr hoch anschlagen mag, so kann man doch kaum anders als sich von Neuem der Bewunderung über den unerschöpflichen Reichthum des Griechischen ingenium hingeben, das, nachdem die grosze Poesie nicht mehr möglich war, sich mit solcher Energie und solcher Gewandtheit den kleineren Aufgaben zuwendet. Denn die Mimiamben des Herondas stehen als Bethätigung hellenischen Formsinnes in ihrer Sphäre den höchsten Erzeugnissen Griechischer Kunst ebenbürtig zur Seite und sind, so weit ich urtheilen darf, den modernen Erscheinungen gleicher Art meistens weit überlegen. Jedenfalls werden sie bei der künftigen Betrachtung dieser Richtung innerhalb der hellenistischen Litteratur im Centrum stehen und unsere Beurtheilung dessen, was diese Epoche geleistet hat, vielleicht nicht unwesentlich modificiren. Wie die Sachen liegen, ist freilich für derartige Untersuchungen die Zeit noch nicht inne. Die Schwierigkeiten, die die Lesung des Papyrus, die Herstellung des Textes und die Einzelerklärung darbieten, sind so grosz, dass sich die Forschung mit vollem Recht bisher beinahe ausschliesslich auf die philologische Detailarbeit geworfen hat. Derartige Ziele verfolgen denn auch die beiden Schriften von dem bekannten Bearbeiter der paroemtiographi Graeci. Die Ausgabe will teils im kritischen Apparate eine möglichst genaue Wiedergabe der Handschrift (wenn auch nur nach dem Facsimile) bieten, teils die lückenhaften Stellen durch sinngemässe Ergänzungen (mit denen Bücheler in seiner Ausgabe sehr zurückhaltend gewesen war) lesbar machen. Die «Untersuchungen» geben, ausser einer Rechtfertigung der Ergänzungen der Ausgabe, eine ganze Reihe Erklärungen einzelner

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Tue Jun 16 13:58:03 2026 (www-data) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/nordfilol/3r1/0209.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free