- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
198

(1874-1922)
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Stellen — wie es vom Verf. zu erwarten war, mit besonderer
Berücksichtigung des sprichwörtlichen Elements, das bei Herondas
stark hervortritt.

Ueber die Ausgabe kann ich mich kurz fassen, indem ich auf
die Anzeige von Blass in den Gött. gel. Anz. 1892, Nr. 22
verweise. Auf die Lesung des Facs. sowie auf Wiedergabe der Lesarten
hat der Herausgeber eine ausserordentliche Sorgfalt verwandt;
dieselbe ist auch nicht ohne Frucht geblieben; mehrere neue
Lesungen von Cr. sind von Blass nach Besichtigung des Originals
bestätigt worden. Andere, und wol die Mehrzahl, freilich nicht;
an einigen Stellen hat sogar Cr. im Facs. mehr zu erkennen
geglaubt, als Blass im Original finden konnte. Das führt zur
Frage, ob es eigentlich der Mühe werth war, eine Ausgabe mit
beinahe apographisch genauem kritischen Apparat nur nach dem
Facs. herzustellen. Ich denke, die Frage muss verneint werden;
die Ausgabe stellt sich ziemlich theuer und entbehrt doch der
vollen Zuverlässigkeit, so lange sie nicht nach dem Original
gemacht ist. — Mit den Ergänzungen ist der Herausg. sehr weit
gegangen, viel weiter als strenge Methode erlauben würde; er ist
sich dessen aber wohl bewusst gewesen, und man darf sein
Verfahren nicht von vorn herein ablehnen. Es ist ja sehr verlockend,
die nur zur Hälfte überlieferten Stellen wenigstens dem Sinne
nach zu suppliren, und der Muth, womit sich Cr. hier in die
Bresche geschlagen, verdient an sich alle Anerkennung. Trotzdem
wird nach Cr. wol kein namhafter Philologe so leicht den Versuch
wagen. Es liegt die Sache bei Herondas nicht wie z. B. bei
Philodem, weil bei H. das allermeiste auf den Wortlaut ankommt;
mit den «Gedanken» ist es ja ohnehin nicht weit her. Wie
wenig hier die Ergänzungen helfen, erfährt man am leichtesten,
wenn man unmittelbar nach den andern Stücken den «Schuster»
in Cr.s Ausgabe durchliest: man glaubt in einen andern (und
nicht besonders guten) Autor hineingerathen zu sein. Die
Diels’sche Bearbeitung desselben Stückes (Sitzungsber. der Berl.
Ak. 1892, p. 388 ff.) liest sich leichter, aber schliesslich bleibt
der Eindruck derselbe. Ausserdem sind aber viele Ergänzungen
bei Cr. nicht blos nicht plausibel, sondern sogar offenbar falsch;
wie wenn im Anfange des Πορνοβοσκός die vs. 9—10 deutlich
vorliegende bedingte Konstruktion verkannt ist (sie ist jetzt auch
von Blass richtig erkannt), oder wenn im Vorhergehenden der
μέτοικος im Prooemion drohend eingeführt wird (ὑμέας κλαῦσαι
λέγων Cr.). Doch genug von diesem unerquicklichen Capitel. —
In der Textbehandlung hat der Verf. den Werth des Pap. etwas
überschätzt und denjenigen der Correcturen entschieden
unterschätzt; er lässt deshalb hie und da offenbare Corruptelen stehen,
wie ἡμείων I 46, χωλòv 71, κα⟨ὶ⟩ Πίσσῃ II 62 (für κἠμ II.),
βώσαι III 23, πέμπειν 63, δύσῃ 88, μὲν 70, ἔρραψε VI 48
u. a. Die zweite Hand giebt, wie Bl. richtig bemerkt und an

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