- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
199

(1874-1922)
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Anm. af Crusius, Unters. zu Herondas. 199 sich klar ist, Varianten, nicht Interpolationen. Eine gewisse Unsicherheit im Grammatischen tritt auch sonst hervor: II 4 wird κοὐδ᾽ (= οὐδὲ!) hineinergänzt, noch dazu im Bedingungssatze; ebenda 8 f. steht zweimal im Supplement ein οὐ für μή; III 87 soll οὐδὲ εἷς λήξαι (e coniectura) heissen: niemand möge aufhören (der potent. Opt. für den Imp., ohne ἄν und in der 3. Person); IV 52 μὴ πάνϑ᾽ čtou, ὡς παρδίη βάλοι (woher der Opt.?); 93 ἐπὶ μὴ λάϑῃ: damit er es nicht vergesse, mit doppeltem Fehler, und 94: À ydo ἱοοῖσιν μέλων ἅμα: er hat ja zugleich mit den Opfern zu schaffen. Von diesen Fehlgriffen hat der Herausgeber jetzt selbst (Philol, LI, p. 653) zwei (II 4. IV 93) zurückgenommen; auch die übrigen werden hoffentlich in einer neuen Auflage beseitigt werden. In eine etwas andere Kategorie gehören Stellen wie I 64: καὶ δοί᾽ ἃ πρήξεις 10E, ὦ φίλη, ἂψ πείσῃ, Wd II 78: ϑαρσέων --- λεὼς λέγοιμ᾽ ἄν, εἰ Θαλῆς εἴη, die weder einen guten Sinn geben noch mit dem Sprachgebrauch stimmen. Für das Gesammturtheil bedeuten derartige Einzelheiten freilich nicht viel, und ihnen gegenüber stehen mehrere Stellen, an denen positiv Gutes und Neues geleistet ist; hervorheben möchte ich M33 1.790. 14.80.19 f. 95—100. Bei der groszen Schwierigkeit der Aufgabe wiegt éine solche Stelle viele Missgriffe auf, und demgemäsz wird man die Crusius’sche Ausgabe auch Bücheler gegenüber als einen Fortschritt bezeichnen müssen; gross ist aber der wirkliche Gewinn nicht, zumal im Verhältnis zum scheinbaren, und an einigen Punkten ist sogar ein Rückschritt zu verzeichnen. Die «Untersuchungen» beschäftigen sich zum Theil mit der Erklärung der vom Verf. supplirten Stellen und sind in so fern’ eine unentbehrliche Begleitung der Ausgabe (denn die Supplemente sind oft der Erklärung sehr bedürftig); theils bieten sie zu schwierigeren Stellen erläuternde Excurse; endlich wird bei jedem Stück auf verwandte litteräre Erscheinungen aufmerksam gemacht. Ganz besondern Werth hat der Verf. auf die Behandlung der vielen alltäglichen Redensarten und den Nachweis paralleler Ausdrücke gelegt. Bisweilen wird hier des Guten zu viel gethan; so wird IV 51 τὸ βοέγμα — κνήσῃ gegen Bücheler richtig erklärt: dich hinter den Ohren kratzen, dann aber eine gute halbe Seite mit Nachweisen dieser Sitte angefüllt — wo doch eine einzige Stelle, um die Geberde auch als antik zu erweisen, genügt hätte. Ebenso würde zu V 27 f. eine Stelle wie Oic. pro Lig. 30 (die nicht angeführt ist) genügt haben, wenn überhaupt citirt werden musste. Vgl. noch den Excurs zu σημάτων φῶρα V 57, und zu ὄνους βόσκειν III 27, wo allenfalls Her. VI 68 ausgereicht hätte. Im Ganzen ist aber hier mit grosser Gelehrsamkeit viel schätzbares Material zusammengetragen, das nicht nur für die Einzelerklärung gute Dienste leistet, sondern auch für die Aufhellung des litterarischen Zusammenhangs werthvoll ist.

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